Rupert Everett: Sex, Drugs und ein junger Lover

Rupert Everett: Sex, Drugs und ein junger Lover
Charmanter Freigeist: der britische Schauspieler Rupert Everett © Miles Willis/Invision/AP

Die meisten kennen ihn als George, den eleganten, schwulen Freund von Julianne (Julia Roberts), aus "Die Hochzeit meines besten Freundes" (1997). Doch weil der Brite Rupert Everett (56, "A Royal Night", Kinostart: 1. Oktober 2015) so viel mehr zu bieten hat, ist er für seine Verdienste um die Filmkunst am Mittwochabend mit dem CineMerit Award beim Filmfest München ausgezeichnet worden.

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CineMerit Award beim Filmfest

 

Der CineMerit Award

 

Dass er den Preis bekommt, war sehr aufregend für Everett, wie er im Interview mit spot on news am Nachmittag vor der Preisverleihung erzählte. Denn auf die Bühne zu gehen und dort zu sprechen, mag er nicht so gern, es mache ihn "nervös". Kaum zu glauben, denn eigentlich hat er auf alles eine Antwort. Abgesehen von seiner guten Freundin, Superstar Madonna (56), über die er nicht sprechen möchte - vielleicht wegen eines Kommentars zu ihrem Sexleben vor ein paar Jahren.

Zum Preis sagt er dann noch: "Ich habe nicht das Gefühl, als würde ich ihn jetzt schon verdienen." Doch die gute Nachricht sei: "Nächstes Jahr könnte ich ihn verdient haben", denn er arbeitet seit fünf Jahren an einem eigenen Film, in dem er "Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor" in Personalunion sei. "The Happy Prince", ein Biopic über den britischen Schriftsteller Oscar Wilde (1854-1900), wird unter anderem in München gedreht. Drehbeginn ist im Mai 2016.

 

Sex ...

 

Auf ein früheres Zitat, "Sex ist der Motor meines Lebens", angesprochen, erklärt Everett, dass der Motor heute die Arbeit an eben diesem Film sei. "Als ich die Idee dazu hatte, wurde mir klar, dass ich mein ganzes Leben dem Sex gewidmet habe." Zwar sei es nicht immer unbedingt darum gegangen, Sex zu haben, wohl aber attraktiv genug dafür zu sein. Das habe ihn nicht nur von einem eigenen Projekt abgelenkt, sondern "von allem", lautet sein strenges Fazit.

 

Drugs ...

 

Sex hielt ihn ab, und vielleicht auch ein bisschen die Drugs. Denn aus seinem Konsum machte Everett nie ein großes Geheimnis. Theoretisch bereue er schon eine Menge Dinge, wie er sagt, praktisch aber nicht, weil solche Gedanken reine Zeitverschwendung seien, denn "ich meine, ich habe es getan". Gäbe es eine Liste an Dingen, die er bedauere, wären die Drogen ohnehin nicht ganz oben, weil sie ihn nicht zerstört haben, so die Begründung.

 

... und ein junger Lover

 

Darüber dürfte auch sein Freund froh sein, über den er ebenfalls nicht ungern spricht. Facebook sei "langweilig" und mache "süchtig", sein Freund konsumiere dennoch ständig diese "sinnfreien Informationen", wie der Schauspieler erzählt. Der Freund hat offenbar eine vollkommen andere Einstellung dazu, "er ist das genaue Gegenteil". Vielleicht liegt es ja auch ein bisschen am Alter, denn er sei mit 35 Jahren "viel jünger", sagt der britische Star. Streit gebe es deswegen aber nicht.

Und geheiratet wird auch nicht, denn Everett glaubt nicht an die Ehe und mag auch keine Hochzeiten. "Ich gehe nie auf Hochzeiten, ich bevorzuge Beerdigungen." Diese seien emotionaler, und "du weißt, dass es Bestand hat". Dass die Homo-Ehe inzwischen in so vielen Ländern erlaubt ist, findet er trotzdem gut. "Wir verdienen diese Gleichstellung." Vielleicht seien die Homo-Ehen auch ernster gemeint, weil das Recht dazu so schwer erkämpft worden ist.

Ähnlich sei es mit dem Kinderkriegen: Ein Homo-Paar brauche dafür viel mehr Antrieb und habe vorher wesentlich mehr darüber nachgedacht. Er selbst will keine Kinder, "weil es eher weniger von uns [Menschen] geben sollte, als mehr". "Wir verwüsten den Planeten und sind zu egoistisch." Eine düstere Einstellung? "Das Licht am Ende des Tunnels könnte auch der heranbrausende Zug sein."

spot on news

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