RTL-Moderatorin Susanne Böhm verlor ihr Baby im 9. Monat

RTL-Moderatorin Susanne Böhm verlor ihre Tochter vor der Geburt
Susanne Böhms Tochter starb vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin

"Ich brachte sie auf natürlichem Weg zur Welt"

Es war die schlimmste Zeit ihres Leben: Vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin starb die kleine Tochter von RTL-Nord-Moderatorin Susanne Böhm im Mutterleib. Über diesen fast unerträglichen Schmerz können und wollen viele nicht sprechen. Doch Susanne Böhm möchte über ihre verstorbene Tochter Stella reden, denn genau das hat ihr bei der Trauerbewältigung geholfen.

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Am 29. November 2010, vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin, blieb Stellas Herz einfach stehen. „Für mich war es einfach so schlimm, weil man einen Bauch hatte, ein lebendes kleines Wesen in einem war und plötzlich ist der Bauch weg, du hast aber kein Kind. Das passt einfach nicht zusammen“, erzählt die 35-Jährige im RTL-Interview.

Weltweit werden täglich mehr als 7000 Babys tot geboren. In Deutschland kommen auf 1000 Neugeborene drei bis vier sogenannter Sternenkinder. Gründe für das plötzliche Sterben gibt es viele. Unter anderem eine Infektion im Mutterleib, die Einnahme von Alkohol oder Medikamenten, oder ein genetischer Defekt. Bei einem Drittel der toten Kinder gibt es keine Erklärung.

So war es auch bei Susanne Böhm. „Mein Mutterinstinkt hat mir gesagt, dass da was nicht in Ordnung ist. Ich hatte nicht mehr so die Kindsbewegungen, wie ich sie vorher hatte. Deshalb bin ich in die Klinik, wo man mich komplett durchgecheckt hat. Die Ärzte sagten, dass alles in Ordnung sei, ich solle in zwei Tagen noch einmal zu einer Kontrolluntersuchung wiederkommen. Zwei Tage später bekam ich dann die Hiobsbotschaft, dass da kein Herzschlag mehr ist.“

Die kleine Selma kam im Mai 2012 zur Welt
Inzwischen ist Susanne Böhm Mutter der kleinen Selma

Susannes Ehemann Chris war ausgerechnet zu dem Zeitpunkt beruflich in Südafrika. Sie musste ihm am Telefon sagen, dass Stella tot ist. Ihre schwerste Entscheidung: „Ich habe sie auf natürlichem Weg bekommen, denn das war ich meiner Tochter schuldig. Für mich kam nicht in Frage, mich aufschneiden und sie rausholen zu lassen. Dafür habe ich sie viel zu sehr geliebt.“

Stella zu beerdigen war ein wichtigerer Teil für den Trauerprozess. Hilfe haben die Böhms im 'Verein für Verwaiste Eltern' gefunden, denn der Kindstod im Mutterleib ist kein Einzelschicksal. Therapien und viele Gespräche waren für das Paar enorm wichtig. Aber vor allem der Rat ihres Arztes: „Er sagte zu uns: ’Verarbeitet die Trauer, kommt wieder bei euch an und werdet so schnell wie möglich wieder schwanger.’ Ich dachte am Anfang, wow, das ist hart, aber das war genau der richtige Rat.“

Fast genau ein Jahr nachdem Stella tot auf die Welt kam, wurde Susanne Böhm wieder schwanger. Eine Mischung aus unendlicher Freude und Angst, es könnte wieder passieren, begleitete sie. Um jedes Risiko auszuschließen ließ sie die Geburt ihrer zweite Tochter Selma zwei Wochen früher einleiten.

„Da war ein Moment, da ging die Tür vom Kreißsaal zweimal auf und zu, von ganz alleine. Die Hebamme sagte 'Wir haben hier einen kleinen Geist im Kreißsaal.’ Da wusste ich, dass ein kleiner Teil davon auch Stella war, der gerade bei uns ist und auf Selma aufpasst“, ist sich Susanne sicher.

Mit Selmas Geburt ist das Glück bei Familie Böhm wieder zurückgekehrt. Ersetzen wird sie Stella nicht, aber es macht den Verlust erträglicher.

(Bilderquelle: Chris Böhm/ RTL)

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