RTL Kinopreview 'Fast verheiratet'

RTL Kinopreview 'Fast verheiratet'
© dpa, Universal

RTL Kinopreview: 'Fast verheiratet'

3 von 5 Punkten

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Für viele Verliebte gibt es ja kaum eine schönere Vorstellung, als am Jahrestag einen Ring an den Finger gesteckt zu bekommen und sich dann mit vollem Elan in die Hochzeitsvorbereitungen zu stürzen. Was aber, wenn der lang ersehnte Tag immer wieder verschoben wird, weil plötzlich tausend Dinge dazwischen kommen? Diese Frage haben sich Schauspieler Jason Segel und Regisseur Nicholas Stoller wohl auch gestellt und das Ganze kurzerhand zu einem Drehbuch verarbeitet.

Entstanden ist daraus die Komödie ‚Fast verheiratet‘: Ein Jahr nach dem Tag des Kennenlernens macht Tom (Jason Segel, ‚Nie wieder Sex mit der Ex‘) seiner Freundin Violet (Emily Blunt, ‚Wolfman‘) einen Heiratsantrag, den sie freudestrahlend annimmt. Alles könnte so schön sein, doch bekanntlich kommt es anders als man denkt. So nimmt Violet ein Jobangebot in Michigan an, wofür Tom seine erfolgreiche Position als Gourmetkoch in San Francisco hinschmeißt.

In der Zwischenzeit segnen einige Verwandte das Zeitliche und Violets überdrehte Schwester Suzie (großartig: Alison Brie, ‚Scream 4‘) heiratet Toms durchgeknallten Kumpel Alex (Chris Pratt, ‚Bride Wars‘), nachdem ihr kleines Stelldichein auf der Verlobungsfeier in einer Schwangerschaft endete. Während Violet immer erfolgreicher wird, vegetiert Tom regelrecht vor sich hin. Spätestens als ein Besuch von Suzie und Alex im Dilemma endet, wird auch Tom und Violet klar: Nicht nur die Hochzeitsplanung ist völlig aus der Bahn geraten, sondern auch ihre Beziehung.

'Fast verheiratet' - Der offizielle Kinotrailer
'Fast verheiratet' - Der offizielle Kinotrailer 00:01:53
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Die Geschichte wäre definitiv auch als Drama durchgegangen – und genau da liegt das Problem. Der Wechsel zwischen albernen Szenen und sehr ernsten Stellen ist für den Zuschauer teilweise nur schwer nachvollziehbar. Den starken Bruch hätte man etwas abschwächen oder zumindest anders umsetzen müssen. Dank den tollen Darstellern und vielen einfallsreichen Ideen kann man darüber dennoch hinweg sehen. Immerhin hat man im Gegensatz zu vielen anderen Komödien nicht das Gefühl, jeden Gag schon mindestens zehn Mal woanders gesehen zu haben.

So ist es zum Beispiel zum Schießen, wenn Alex seinem besten Freund als originelles Verlobungsgeschenk eine mit Gesang untermalte Foto-Präsentation sämtlicher Ex-Freundinnen und präsentiert – vor allen Verwandten und der Zukünftigen. Hier weiß man nicht, über was man mehr lachen soll: Jason Segels Gesicht oder die hingebungsvolle Performance von Chris Pratt. Auch die gelungene Performance von Rhys Ifans (‚Notting Hill‘), der als selbstverliebter Uni-Professor seiner Assistentin Violet nachstellt, darf hier nicht unerwähnt bleiben.

Die Lachmuskeln der Kinogänger werden auch in jenen Szenen strapaziert, in denen Tom – mittlerweile mit Rauschebart und im Jagdmotiv-Strickpullover – sich mit seinem neuen Kumpel auf die Jagd begibt oder seinen Freunden Getränke in selbst kreierten Hirschhuf-Bechern anbietet. An einigen Stellen ist die Fantasie mit den Drehbuchautoren allerdings durchgegangen, hier wäre weniger vielleicht mehr gewesen.

Lob gibt es für Emily Blunt und Jason Segel, die im offiziellen Presseheft als „das Comedy-Traumpaar des Jahres“ gehandelt werden. Hier wird nicht zu viel versprochen: Die Harmonie zwischen den beiden stimmt spürbar, sie harmonieren nahezu perfekt. Und während Jason Segel in ‚Fast verheiratet‘ einmal mehr sein komödiantisches Talent unter Beweis stellt, wird die Vielfältigkeit einer Emily Blunt sehr deutlich: In ‚Der Teufel trägt Prada‘ brillierte sie als versnobte Zicke, wurde gelobt für ihre Darstellung im Drama ‚The Young Victoria‘ und trauerte sich als Lady der Jahrhundertwende durch ‚Wolfman‘.

Alles in allem hätten ein paar Kürzungen dem Film sicher nicht geschadet. Dass sich ‚Fast verheiratet‘ in 120 Minuten trotzdem nicht zieht wie Kaugummi, ist den Hauptdarstellern und den teils kuriosen Nebenfiguren zu verdanken. Eine seichte Komödie, die halten kann, was sie verspricht – nicht mehr und nicht weniger!

Von Maike Nagelschmitz

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