RTL Kinopreview: 'Die Croods' in 3D

RTL Kinopreview: 'Die Croods' in 3D

4 von 5 Punkten

Eine Familie macht einen Roadtrip - das hat man doch schon mindestens hundertmal gesehen. Doch in 'Die Croods' verläuft die Reise etwas anders, denn die Croods sind Höhlenmenschen und die letzten ihrer Art. Nach den Kinohits 'Madagascar' und 'Drachenzähmen leicht gemacht' entführt uns DreamWorks Animation in die Steinzeit - und das macht richtig Spaß.

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Die Croods - das sind der überfürsorgliche Vater Grug (im Original von Nicholas Cage gesprochen, in der deutschen Version von Uwe Ochsenknecht), seine Frau Ugga, die nie um einen Spruch verlegene Oma, der leicht trottelige Sohnemann Thunk, das beißfreudige Baby Sandy und die rebellische Teenager-Tocher Eep (im Englischen leiht Emma Stone Eep ihre Stimme, im Deutschen Janin Reinhardt). Als ihre Höhle zerstört wird, müssen sie sich eine neue Bleibe suchen. Hilfe bekommt der Clan dabei von Guy, der in der deutschen Version von Kostja Ullmann gesprochen wird. Der charmante Teenager zeigt den Croods mit seinen Entdeckungen ("Ein Haustier ist ein Tier, das man nicht isst") eine völlig neue Welt und erobert so schnell das Herz von Tochter Eep. Das gefällt Papa Grug natürlich zuerst gar nicht.

Wie für Animationsfilme üblich, ist 'Die Croods' mit diversen Slapstick-Elementen gespickt - dabei schaffen es Kirk DeMicco und Chris Sanders (Drehbuch & Regie) originell zu bleiben statt in flachen Humor abzudriften. So kann man sich auch als Erwachsener das Grinsen oft nicht verkneifen, zum Beispiel wenn Vater Grug seine Form der prähistorischen Fotografie - Mensch wirft sich einfach gegen eine dicke Steinplatte - präsentiert. Insgesamt sind die Figuren lebhaft und liebenswert gezeichnet, bleiben jedoch recht stereotyp. Überraschende Charakterwendungen gibt es nicht. Ein Highlight ist definitiv Guys ständiger Begleiter Klammer: das niedliche Faultier kann es mit beliebten Disney-Sidekicks wie Pascal aus 'Rapunzel - Neu verföhnt' aufnehmen. Klammers typischer Schicksals-Sing-Sang "Da da daaaaaa!" ist DER Running Gag des ganzen Films.

Die Croods - Spaß für die ganze Familie

RTL Kinopreview: 'Die Croods' in 3D

Die 3D-Umsetzung ist hier wirklich sehr gut gelungen: Mimik und Bewegungen der Figuren wirken über den gesamten Filmverlauf flüssig und realistisch. Kleinere Zuschauer müssen sich nicht fürchten (FSK ab 0 Jahren) und 3D überfordert sie auch nicht: Die Frequenz von auf den Zuschauer zufliegenden Gegenständen wurde genau richtig ausbalanciert.

Was dem Film besonderen Charme verleiht: Kleinigkeiten aus unserer Lebenswirklichkeit werden mit Liebe zum Detail in die prähistorische Ära transportiert - das bringt vor allem Eltern zum Schmunzeln: So gibt es keinen Hausarrest, sondern Höhlenarrest. Statt in einem eigenen Zimmer schläft Tochter Eep auf ihrem eigenen Felsvorsprung. Um Hilfe ruft der Croods-Clan nicht mit dem Handy, sondern tutet mithilfe von Muscheln. Bei der Frage, wozu jedes Kind seine eigene Muschel braucht, könnte sich manches Elternteil direkt an die 'erste-Handy-Diskussion' erinnert fühlen. Und das ist nicht der einzige Familienkonflikt, der Kindern und Eltern ganz bestimmt bekannt vorkommen dürfte.

Die Botschaft der 'Croods' ist ganz klar: Das Wichtigste ist die Sippe - und genau damit holt das Animationsabenteuer die ganze Familie ab: Kinder, Eltern, Großeltern - alle können hier Spaß haben. Zu Beginn des Films sagt Eep: "Drei Tage mit dieser Familie sind ewig" - die 90 Filmminuten mit den Croods dagegen vergehen wie im Flug.

Von Michaela Sabine Berg

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