Royal Blog: Mit Lord Ivar Mountbatten outet sich der erste Royal als schwul

Lord Ivar Mountbatten
Lord Ivar Mountbatten ist der Cousin der britischen Königin Elizabeth II. © 2014 David M. Benett, Getty Images, David M. Benett

Ein Cousin der Queen ist schwul – und das ist auch gut so!

Lord Ivar Mountbatten, ein Cousin der Queen, hat sich als schwul geoutet. Der 53-jährige Vater von drei Töchtern hatte das jahrelange Versteckspiel satt. Und präsentierte nun stolz seinen Freund James, einen Flugbegleiter, den er im Skiurlaub kennen- und lieben gelernt hatte. Seine Familie hat keine Probleme mit dem Outing, doch das adelige Establishment in England hält den Atem an!

Der schwule Lord: Das erste Outing in der royalen Geschichte Großbritanniens

Lord Ivar Mountbatten mit seiner Frau, Lady Sarah, im Jahr 1994
Lord Ivar Mountbatten mit seiner Frau, Lady Sarah, im Jahr 1994 © Picture-Alliance / Photoshot, Band Photo

Königin Elisabeth II. hat einen schwulen Cousin - und das ist auch gut so! Was gibt es – 15 Jahre nach dem Satz des späteren Bürgermeisters von Berlin – dazu noch zu sagen? Seit Klaus Wowereit hatten wir doch in Deutschland einen schwulen Außenminister und sehen Woche für Woche offen lesbische Moderatorinnen im Fernsehen. Island hatte die erste Regierungschefin mit einer Frau an ihrer Seite und auch der aktuelle Premierminister von Luxemburg steht dazu, dass er schwul ist. Probleme? Keine!

Und spätestens seit Thomas Hitzlsperger vor zwei Jahren auch den hiesigen Fußball als letzte Hetero-Bastion im Land entzaubert hat, dürfte doch eine Meldung über einen schwulen Adeligen in England niemanden wirklich aufhorchen lassen – oder?

Falsch! Denn mit dem ehrenwerten Lord Ivar Mountbatten bricht zum ersten Mal ein Mitglied eines regierenden Herrscherhauses mit einer royalen Tradition. Die da seit Jahrhunderten heißt: „Don’t ask, don’t tell!“. Also Klappe halten und einfach machen.

Europa hat (wenn wir Andorra und den Vatikan mal ausklammern) zehn Monarchien. Und nirgendwo zwischen Norwegen und Spanien, zwischen London und Monte Carlo soll es in den Fürstenhäusern Menschen geben, die homo-, bi-, oder vielleicht sogar transsexuell sein könnten? Für mich ist das kaum vorstellbar. Und für die betroffenen Royals eine absolute Qual, nicht so leben zu können wie und vor allem nicht mit wem sie wollen.

Royal who is godfather to Prince Edward's eldest child introduces the new man in his life

Posted by Daily Mail on Samstag, 17. September 2016

Gerüchte über angebliche schwule Abenteuer gab es früher über Prinz Edward, den jüngsten Sohn von Königin Elisabeth, und auch über den heutigen Fürsten Albert von Monaco. Ich hoffe für die beiden (und ihre Ehegattinnen), dass es tatsächlich damals nur Gerüchte waren. Und dass die Liebe zu Sophie von Wessex und Charlène von Monaco tatsächlich echt ist. Und dass in beiden Fällen keine Scheinehe eingegangen wurde, nur um den royalen Regeln zu entsprechen.

Wir schreiben das Jahr 2016: Fitnesstrainer können Prinzen, Bikini-Models Prinzessinnen werden. Royale Ehen können geschieden werden und Sex-Affären Beziehungen auf harte Proben stellen. Die Royals sind normaler geworden. Und doch garantiere ich, dass dies ein öffentlicher Einzelfall bleiben wird. Und dass wir auf das erste Outing eines weiblichen Royals noch lange warten müssen. Und das ist leider alles andere als gut so!

Mit royalen Grüßen

Michael Begasse

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