Roy Black: Sein Todestag jährt sich zum 25. Mal

Roy Black
Roy Black wäre in diesem Jahr 73 Jahre alt geworden. Foto: Martin Athenstädt © deutsche presse agentur
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Auch ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod ist Roy Black nicht vergessen - die Erinnerung verblasst aber nach der langen Zeit etwas. Die Geburtsstadt des Sängers will das Gedenken an den Sänger allerdings wachhalten: Ein sogenanntes Legenden-Schild wird künftig in Bobingen an den Künstler erinnern.

Das Schild wurde am Sonntag (9. Oktober), dem 25. Todestag, am Gerhard-Höllerich-Ring im Ortsteil Straßberg angebracht. In Straßberg wurde Roy Black geboren, und dort ist der Künstler, der mit bürgerlichen Namen Gerhard Höllerich hieß, auch beerdigt. Am Samstagabend gab es einen Gala-Abend mit Blacks ehemaliger Band Cannons im Augsburger Vorort Bobingen.

Blacks Grab in Straßberg ist bis heute Pilgerstätte für Fans. Der Sänger war am 9. Oktober 1991 mit erst 48 Jahren im oberbayerischen Heldenstein nach einem Herzanfall gestorben. Nach einigen Höhen und Tiefen hatte er damals gerade wieder großen Erfolg. Denn seit dem Jahr 1990 lief die RTL-Serie "Ein Schloss am Wörthersee" mit traumhaften Einschaltquoten in Fernsehen - Roy Black hatte eine der Hauptrollen und mimte einen Hotelerben.

Damals hatte er bereits eine wechselhafte Musiker- und Schauspielerkarriere hinter sich. Gerhard Höllerich hatte zunächst Anfang der 1960er Jahre den Augsburgern mit den Cannons mit Rock'n'Roll eingeheizt. Später wurde der Künstlername Roy Black erfunden und der Sänger wechselte zum Schlager. Lieder wie "Ganz in Weiß" stürmten die Hitparaden und in den Kinosälen liefen Streifen wie "Unser Doktor ist der Beste" mit dem blendend aussehenden Star.

Doch privat hatte Black viele Probleme. Er trennte sich von seiner Frau und musste am Herzen operiert werden. Ihm wurden immer wieder Alkoholprobleme nachgesagt. Bei seinem Tod soll er mehrere Promille im Blut gehabt haben, obwohl in seinem Privatleben damals ansonsten alles geordnet schien. Blacks mehr als 20 Jahre jüngere Lebensgefährtin hatte wenige Wochen vor dem überraschenden Herzanfall des Sängers die gemeinsame Tochter zur Welt gebracht.

In den Wochen vor dem nun bevorstehenden 25. Todestag haben wieder einige Fans in dem Internet-Kondolenzbuch "Promigrab.de" ihre Gedanken hinterlassen. So schrieb eine Gabriele P. aus Hamburg kürzlich: "Fünfundzwanzig Jahre ist das schon her! Wir denken an dich, und ich werde eine Kerze anzünden. Nur für dich!"

Doch Einträge bei dem virtuellen Gedenkbuch werden immer seltener. Dies ist eine Erfahrung, die auch Gertrud Münstermann aus Drensteinfurt bei Münster macht. Sie betreibt eine Fan-Seite im Internet und sagt, dass es nicht mehr so viel Interesse an Black gebe wie früher. "Es ist eine ganze Ecke ruhiger geworden." Die Menschen würden älter, anderes werde wichtiger. "Ich bin ja eine der jüngeren Fans", sagt die 58-Jährige. Dennoch will sie versuchen, noch lange ihre Internetseite aktuell zu halten.

Münstermann kann aus beruflichen Gründen selbst nicht zu den Gedenkveranstaltungen in Bobingen fahren. Doch sie ist sich sicher, dass viele der eingefleischten Fans dort sein werden. Das "Legenden-Schild" an der Straße, die Blacks bürgerlichen Namen Gerhard Höllerich trägt, soll den Jüngeren künftig erläutern, um wen es geht. "Durch das Legenden-Schild erfahren auch nachfolgende Generationen etwas über den bekannten Sohn Straßbergs, wenn die Weggefährten von Gerhard Höllerich - der in diesem Jahr 73 Jahre alt geworden wäre - einmal nicht mehr davon berichten können", erläutert die Geburtsstadt. Dort wird übrigens auch seit langem über ein Roy-Black-Museum diskutiert.

Auch im wenige Kilometer entfernten Augsburger Stadtteil Göggingen, wo Black aufgewachsen ist, wird seit rund zwei Jahrzehnten an den Sänger erinnert. Dort gibt es nicht nur einen Roy-Black-Weg, sondern in einer kleinen Grünanlage auch eine von Fans gestiftete Büste des Musikers. Als das Denkmal in den 1990er Jahren aufgestellt wurde, war es allerdings ein Zankapfel unter den Anhängern. Manche hielten die Bronzeplastik für ein würdiges Andenken, andere verspotteten sie als "hässliches Ding" - doch solche Diskussionen gibt es längst nicht mehr.


Quelle: DPA

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