Rowan Atkinson ist zurück: ‚Johnny English – Jetzt erst recht!’

4,5 von 5 Punkten

Er hat’s immer noch drauf! Rowan Atkinson alias Mr. Bean alias Johnny English ist und bleibt der ungeschlagene Slapstick-König. Sein neuer Kinofilm ‚Johnny English – Jetzt erst recht’ könnte auch ohne Ton laufen – trotzdem würde sich jeder über den Mann mit dem ‚rubber face’ totlachen. Zwar hinkt die Story stellenweise ein wenig– aber dank Atkinson gerät sie doch nie ins Stolpern. Long live the King!

Acht Jahre war Top-Spion Johnny English von der Bildfläche verschwunden. Hinter den dicken Mauern eines Shaolin-Klosters hat er sich vor der Welt versteckt und seine Wunden geleckt. Zu groß war die Schmach, nachdem ein Einsatz in Mosambik gründlich in die Hose gegangen war und ihn der Geheimdienst MI7 an die Luft gesetzt hatte.

Doch nun ist die Zeit der Selbstkasteiung vorbei. Das MI7 pfeift seinen wohl tollpatschigsten Agenten aus dem Exil zurück nach London. Ausgerüstet mit Hightech-Gadgets, nahezu immun gegen Schmerzen und geschult in der hohen Kunst des Nahkampfes, wirft sich English der Killerbande ‚Vortex’ entgegen, die ein Attentat auf den chinesischen Staatsmann Ping plant. Schnell wird klar: Die Drahtzieher der Geheimorganisation sind Mitglieder von CIA, KGB - und dem MI7. Auf der Suche nach dem Maulwurf gerät Johnny selbst ins Visier der Ermittlungen.

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Zugegeben: Die Geschichte ist nicht taufrisch und Parodien auf Bourne- und Bond-Agentenfilme nicht besonders originell. Aber die Humor-Legende Atkinson mal wieder in Aktion zu sehen, entschädigt für alles. Was haben wir Mr. Bean doch für seine Art, sich mit bierernster Miene aus den peinlichsten Situationen zu manövrieren, und sein feines Gespür fürs falsche Timing geliebt. Seine Filmrolle steht ihm da zum Glück in nichts nach.

„Du bist nicht mehr jung, aber mit dem Alter kommt die Weisheit“ – an diese Lehre seines Shaolin-Meisters erinnert sich English bei einer parkourartigen Verfolgungsjagd über chinesische Häuserdächer. Während sein Widersacher sich auf der Flucht mit spektakulären Sprüngen von einer dramatischen Situation in die nächste katapultiert, öffnet English – Altersweisheit sei Dank - einfach die Tür, statt über einen Drahtzaun zu hüpfen und anstatt ein wackeliges Bambusgerüst herunterzuklettern, nimmt Agent 00 lieber den Aufzug. Die Persiflage, angelehnt an den ersten Craig-Bond (‚Casino Royale’, 2006), funktioniert in diesem Fall Dank Atkinsons Pokerface besonders gut. Fazit: Manchmal ist es einfach schön, vorher zu wissen, was man bekommt – kurzweilige Unterhaltung und ein bisschen Nostalgie.

Von Christina Rings

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