Hollywood Blog by Jessica Mazur

Roter-Teppich-Look für 100 Dollar

Roter-Teppich-Look für 100 Dollar
Roter-Teppich-Look für 100 Dollar

von Jessica Mazur

Egal, wohin man im Moment auch schaut, überall laufen Stars über die Roten Teppiche. Auf der Berlinale in Berlin, bei den BAFTA Awards in London und heute bei den Grammys vor dem Staple Center in Downtown Los Angeles. Eine Sache hatten alle Red Carpets an diesem Wochenende gemeinsam: die weiblichen Celebrities froren sich in ihren Designerroben die Popos ab, denn selbst hier in sunny California herrschen seit Tagen kühle Temperaturen und die Sonne hat sich hinter einer dicken, grauen Wolkenschicht versteckt. Ganz so schlimm wie bei den BAFTA Awards, den britischen Oscars, wo Stars wie Kate Winslet mit großem Regenschirm über den Teppich liefen und sich einige Schauspielerinnen, wie z.B. Thandie Newton, die Smokingjackets ihrer männlichen Begleiter überzogen, war es hier in LA zwar nicht, aber die feuchte Kälte auf dem zur Sicherheit überdachten Carpet war besonders den Reportern deutlich anzumerken. Das bedeutete, die Stylisten der Stars mussten heute mal wieder besonders tief in die Trickkiste greifen, um ihre Klienten einigermaßen warm zu halten. Ein Sache, die dabei in Hollywood besonders gern verwendet wird, sind Wärmepflaster, die den Celebrities auf die prominenten Körper geklebt werden und dort wie kleine Heizkörper wirken. Dazu dann noch ein paar lange Unterhosen oder Liebestöter, je nachdem was die Kleidlänge der Ladys zulässt und dann sollte dem überzeugten, strahlenden Red-Carpet-Smile eigentlich nichts mehr im Wege stehen...

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Doch nicht nur 'dress warm' war ein Motto des Tages, sondern auch 'dress down'. Es gibt nämlich ein paar Fashionexperten, die der Ansicht sind, dass die Stars in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie diesen, auf dem Red Carpet einen Gang zurückschalten und nicht zu sehr mit teuren Designerroben und viel Bling Bling am Körper protzen sollten. Ein Verfechter dieser Ansicht ist George Blodwell. Der Mann ist Stylist und hat in seinem Leben schon über 200 prominente Körper bekleidet, darunter Helen Mirren für die Oscars im letzten Jahr, Catherine Zeta-Jones, Halle Berry und Drew Barrymore. Er hatte für die Grammys in diesem Jahr ein besonderes Ziel vor den Augen, das lautete: für die Schauspielerin und Sängerin Tia Carrere einen Red Carpet Look mit einem Budget von 100 Dollar zu kreieren. Nun ist Carrere, bekannt in erster Linie aus den Waynes World-Filmen, zugegeben eher ein B- oder C-Promi, aber ein A-List Star wollte wohl als Versuchskaninchen nicht zur Verfügung stehen. Tia Carrere hatte heute die ehrenvolle Aufgabe durch die Grammy Pre-Show zu führen, in der bereits 100 der 110 Grammy-Gewinner bekannt gegeben werden, da in der eigentlichen Award-Zeremonie nur Platz und Zeit für die wichtigsten zehn Kategorien ist. Für diesen Auftritt wollte sie natürlich so gut wie möglich aussehen. Wie haben Carrere und George Blodwell also den 100 Dollar-Look kreiert. Die beiden ersteigerten für 30 Dollar ein Kleid bei Ebay, kauften für 20 Dollar eine Handtasche im Fashion District in Downtown LA, besorgten für 45 Dollar Modeschmuck und vollendeten den Look mit High Heels aus Tias Privatbesitz, die sie vor zehn Jahren mal im Schlussverkauf mit 75% Rabatt erworben hat. Die Frau scheint ein echter Sparfuchs zu sein. Summa Summarum: 95 Dollar, nicht schlecht. Es muss also nicht immer Cavalli sein...

Erst zeigte Michelle Obama, dass Frau auch im Kleid von der Stange eine gute Figur machen kann, und nun schwappt der Spar-Look auch auf den roten Teppich über. Ob andere Celebrities bei den Academy Awards in zwei Wochen diesem Trend folgen werden? We'll see... Ich persönlich muss allerdings gestehen: ich hoffe nicht. Denn ohne Designerfummel, Schmuck und High Heels, die zusammen gerne mal mehr kosten, als ein neues Auto mit Komplettausstattung, sind die Oscars schließlich ein bisschen so, wie Angelina Jolie ohne Kind auf dem Arm: ganz nett anzuschauen, aber irgendwas fehlt...;-)

Viele Grüße aus Lalaland,

Jessica Mazur

Roter-Teppich-Look für 100 Dollar
© Bild: Jessica Mazur