Roman Polanski plant Rückkehr in die USA

Roman Polanski plant Rückkehr in die USA
Wird der Fall um Roman Polanski bald ein Ende haben? © Featureflash Photo Agency/Shutterstock.com, SpotOn

Nach 40 Jahren

Nach fast vier Jahrzehnten möchte Roman Polanski (83) nun freiwillig in die USA zurückkehren. Dort droht ihm wegen des sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen im Jahr 1977 die Verhaftung. Mehreren Medienberichten zufolge hat sein Anwalt Harland Braun nun einen Antrag gestellt, dass eine Abmachung aus dem Jahr 2010 entsiegelt wird. Diese soll belegen, dass Polanski bereits genug Zeit abgesessen hat und der Fall geschlossen werden kann.

Schwere Vorwürfe aus dem Jahr 1977

Der Fall um den gebürtigen Franzosen polnischer Abstammung zieht sich seit bereits fast 40 Jahren hin: Im Januar 1978 kaufte der Regisseur den letzten verfügbaren Platz in einem Flug der British Airways von Los Angeles nach London - und ist seitdem nie mehr in die USA zurückgekehrt.

42 Tage war Polanski zuvor im Gefängnis - für eine gerichtspsychiatrische Beurteilung, für die 90 Tage angesetzt waren. Er wurde vorzeitig entlassen mit der Empfehlung, eine Bewährungsstrafe zu verhängen.

Der Grund für den Aufenthalt hinter Gittern: Polanski hatte sich schuldig bekannt, "außerehelichen Geschlechtsverkehr mit einer Minderjährigen" gehabt zu haben. Angeklagt worden war er ursprünglich unter anderem wegen "Vergewaltigung unter Verwendung betäubender Mittel" der damals 13-jährigen Samantha Geimer. Damit das Opfer nicht öffentlich vor Gericht aussagen musste, gab es eine Vereinbarung, die Anklage wurde reduziert.

Weil er glaubte, der zuständige Richter halte sich nicht an die Absprache, befürchtete Polanski eine lange Haftstrafe. Er floh nach Europa. Damit begann ein vier Jahrzehnte andauernder Rechtsstreit. Während er in Europa - Polanski lebt in Paris und Krakau - als Künstler gefeiert wird, gilt er in den USA als flüchtiger Verbrecher.

Polanskis Anwälte hatten bereits mehrmals versucht, das noch immer schwebende Verfahren einstellen zu lassen. Dafür hätte der Regisseur aber persönlich vor Gericht erscheinen müssen. Der heute 83-Jährige wollte aber bislang nicht nach Los Angeles reisen - aus Angst, dort sofort verhaftet zu werden.

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