"Rockabilly Requiem": Generationendrama über die 80er

Rockabilly Requiem
"Rockabilly Requiem": Rebellion und Musik. Foto: Farbfilm © DPA

Jugend bedeutet oft Rebellion - zumindest war es in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts so. Der Versuch zweier Heranwachsender, in den frühen 80er Jahren der engen Kleinstadt-Welt ihrer Eltern zu entfliehen und ihren eigenen Weg zu finden, steht im Zentrum des Generationendramas "Rockabilly Requiem".

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In seinem ersten Spielfilm hat Regisseur Till Müller-Edenborn ein gutes Stück seiner eigenen Jugend und seiner damaligen Liebe zum Rock 'n' Roll der 50er eingebracht.

Die Hauptrollen Hubertus und Sebastian in dem rasanten Werk spielen Ben Münchow und Sebastian Tiede (beide 25). Sie haben mit ihren Elternhäusern zu kämpfen: Hubertus leidet unter seinem strengen Vater, der für ihn die Offizierslaufbahn im Auge hat; Sebastian unter seinem Erzeuger, der sich nur selten blicken lässt.

Die Freunde verbindet die Liebe zur Musik, die sie mit ihrer Band "Rebels" ausleben, sowie zur antiautoritär erzogenen Punkprinzessin Debie (Ruby O'Fee). Als die angesagte Band "Wild Black Jets" eine Vorgruppe sucht, sieht Hubertus die Chance, der Enge seines Elternhauses zu entfliehen - bisher sind die "Rebels" noch nie aufgetreten. Als sie zum Vorspielen eingeladen werden, kommt es zum Eklat.

"Rockabilly Requiem" mit viel Musik, Kleidung und Autos der 80er ruft sicher gerade bei mittelalten Zuschauern Erinnerungen wach. Regisseur Müller-Edenborn, der bisher vor allem bei Fernsehproduktionen etwa von "Schloss Einstein - Erfurt" oder "Gute Zeiten - Schlechte Zeiten" Regie führte, fände es aber schade, wenn der "Gedanke an Rebellion nostalgische Gefühle auslösen würde", erzählte er beim Saarbrücker Max-Ophüls-Filmfestival.

Er hoffe, dass Jugendliche von heute "mit den Konflikten im Film noch etwas anfangen können und sie nicht für kalten Kaffee halten", sagte der 50-Jährige. Der halb so alte Ben Münchow, der im Januar beim Saarbrücker Max-Ophüls-Filmfestival zum besten Nachwuchsdarsteller gekürt wurde, meint: "Der Film ist sicher für viele Jugendliche auch interessant, um zu sehen: Wie war das bei meinen Eltern?".

Rockabilly Requiem, Deutschland 2016, 86 Min., FSK 12, von Till Müller-Edenborn, von Sebastian Tiede, Ben Münchow, Ruby O. Fee


dpa
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