Hollywood Blog by Jessica Mazur

Robin Williams und das Geschäft mit dem Tod

Robin Williams und das Geschäft mit dem Tod
Robin Williams und das Geschäft mit dem Tod © dpa, Barbara Munker

von Jessica Mazur

"Ich war heute Morgen um kurz vor zehn auf dem Hollywood Boulevard. Normalerweise herrscht dort zu dieser Uhrzeit "die Ruhe vor dem Touristen-Sturm". Die Gehwege sind für gewöhnlich noch leer und erst nach und nach treffen Darth Vader, Spiderman und Co. ein. Doch heute Morgen bot sich dort ein anderes Bild. Ein Fahrstreifen war gesperrt, die Gehwege verstopft, überall standen Übertragungswagen und die Touris traten sich gegenseitig auf die Füße. Warum? Weil natürlich alle einen Blick auf Robin Williams' Stern auf dem 'Walk of Fame' werfen wollten. Der ist mittlerweile mit Blumen und Briefen übersäht und abgesperrt. Nur noch Reporter haben Zutritt, Fans und Schaulustige müssen von draußen fotografieren. Letzteres muss allerdings schnell gehen, denn der Ansturm an Williams' Stern war selbst heute Morgen schon so gewaltig, dass Cops versuchten das Chaos zu regeln und jeden, der einen Moment innehalten wollte, mit "Keep movin', guys! Keep movin'" weiterscheuchten. Wer auf dem Hollywood Boulevard von Robin Williams Abschied nehmen will, muss dieses also in Sekunden tun. Sorry, der Nächste bitte!

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Und dann gibt es hier in Hollywood natürlich immer ein paar ganz Schlaue, die die Sache mit "the show must go on" ein wenig zu wörtlich nehmen. So fand man heute neben Minnie Mouse, Superman und Marilyn Monroe Charakteren auch ganz zufällig einen Typen in ziemlich schlechter Mork vom Ork Verkleidung auf dem Hollywood Boulevard. Natürlich in der Hoffnung, dass einen Tag nach Williams Tod möglichst viele Touristen ein Foto mit ihm machen wollen. Gegen Ca$h versteht sich. Als ich von dem Typen ein Bild für den Blog machen wollte, streckte er auch gleich seine Hand aus und verlangte ein paar Dollarnoten. Thanks, but no thanks! Und dann war da noch der Typ, der versuchte, den Touristen die typische 'Movie Stars' Homes'-Tour aufzuquatschen und dessen Verkaufsargument heute: "You guys gonna see where Robin Williams used to live." Offenbar haben die Tour-Veranstalter ruckzuck reagiert und Williams ehemaliges Griffith Park-Haus mit auf ihre Route genommen. Völlig egal, dass Robin Williams nicht selbst in dem 2-Bedroom-Haus gewohnt hat, sondern es für eins seiner Kinder gekauft, mittlerweile aber auch schon wieder verkauft hatte. Frei nach dem Motto: Hauptsache die Touristen haben etwas, zum Fotografieren... Der neue Hausbesitzer wird sich freuen.

Der tote Robin Williams als Verkaufsargument! Ziemlich makaber. Aber vielleicht muss man's einfach mit Humor nehmen. Hätte Robin Williams wohl auch gemacht.

Viele Grüße aus Lalaland sendet Jessica Mazur.

Robin Williams und das Geschäft mit dem Tod
© Bild: Jessica Mazur