Richmond Fontaine: Von Loser-Typen und Tagedieben

Richmond Fontaine
Aus einem Guss: das neue Album von Richmond Fontaine. Foto: Décor Records © DPA

Wie der Soundtrack zu einem berührenden Kinofilm mit kargen Landschaften und staubigen Highways klingt das neue Album der US-Folkrocker Richmond Fontaine. Kein Wunder: Frontmann Willy Vlautin versteht viel von der Kehrseite des amerikanischen Traums.

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Denn Vlautin ist nicht nur ein toller Singer-Songwriter, sondern zugleich ein Schriftsteller von Rang. Vier von Kritik und Lesern gefeierte Romane sind in den vergangenen Jahren auch auf Deutsch erschienen, von "Motel Life" bis "Die Freien". Jene Loser-Typen, Tagediebe und kleinen Galgenvögel, die der 48-Jährige dort schildert, tauchen teilweise auch in seinen Liedern auf.

Vlautins Band Richmond Fontaine existiert bereits seit 20 Jahren, und bei all ihrer bisher schon gezeigten Qualität - selten hat sie eine Platte aus einem Guss abgeliefert wie nun "You Can't Go Back If There's Nothing To Go Back To" (Décor/Indigo). Das beginnt beim dekorativen Pferd-in-der-Wüste-Albumcover, geht beim Opener "Leaving Bev's Miners Club At Dawn" weiter und endet erst mit der dann doch irgendwie hoffnungsvollen Piano-Ballade "Easy Run".

Vor allem ist diese zehnte Studioplatte der Country-Folk-Band aus Portland/Oregon wieder ein Fest für Fans von Vlautins herben Texten und seinen immer irgendwie zerschossen oder zumindest schwer beladen klingenden Storyteller-Vocals. Vielleicht keine schlechte Idee, er sänge die Soundtrack-Songs zur Verfilmung seiner Americana-Romane gleich selbst ein. Wunderbar traurig wäre das.


dpa
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