Hollywood Blog by Jessica Mazur

Restaurant hat weder Namen noch öffentliche Telefonnummer – und die Leute kommen ...

Restaurant hat weder Namen noch öffentliche Telefonnummer – und die Leute kommen ...
Restaurant hat weder Namen noch öffentliche Telefonnummer – und die Leute kommen ... © (Bilderquelle: Jessica Mazur)

von Jessica Mazur

In Los Angeles gibt es knapp 10.000 Restaurants. Um da im Geschäft zu bleiben, muss man sich einiges einfallen lassen. Neon-Schilder, Werbeplakate, Sonderaktionen... Doch es gibt einen Laden, der macht das Gegenteil. Hier wünschen sich die Besitzer, dass (fast) keiner weiß, dass das Ding überhaupt existiert. Presse? Absolut unerwünscht! Mit dem Ergebnis, dass der Laden derzeit ‚the hottest spot in town‘ ist.

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Ich würde euch gerne verraten, wie dieser Laden auf der Fairfax Avenue, zwei Blocks südlich der Melrose Avenue heißt, kann ich aber nicht. Denn einen Namen gibt es nicht. Es gibt auch keine öffentliche Telefonnummer, die man anrufen könnte, um einen Tisch zu reservieren. Alles was es gibt, sind ein paar schwarze Visitenkarten, auf denen nichts außer einer geheimen Telefonnummer abgedruckt ist.

Diese wurden an ausgewählte ‚LA People‘ verteilt. Wenn man die Nummer wählt, meldet sich ein Anrufbeantworter, auf dem man sich identifizieren muss. Mit etwas Glück bekommt man dann einen Rückruf mit den magischen Worten ‚You are on the list‘. 

Jeden Abend gegen acht Uhr öffnet sich dann das schwere Rolltor vor dem Laden und die Teslas und Bentleys fahren vor und die glamouröse Kundschaft – Models, Schauspieler, Musiker, Künstler – trifft ein. Zuerst zum Essen, dann zum Feiern, denn gegen  22 Uhr verwandelt sich der Laden in einen Club, häufig mit angesagten Live Acts.

Ein Bekannter von mir aus der Musikszene ist im Besitz so einer schwarzen Visitenkarte und natürlich habe ich nachgehakt, ob er mich nicht mal auf die Liste setzen kann. Seine Antwort: „Hm, ich glaube nicht. Hm, vielleicht … ich versuch’s ... nein, tut mir leid, das wird nichts.“ Dann letzte Woche die Nachricht: „Ok, Du bist morgen Nacht auf der Liste.“ Hui, spannend! War es dann auch, denn der Laden ohne Namen ist schon ‚sehr L.A.‘.

Haufenweise schöne, aber auch durchgeknallte Menschen, die an ihren Drinks nippen und sich über ihre Jet Set-Leben unterhalten. Waren Promis da? Bestimmt. Aber der kaum beleuchtete Laden war im Nu so voll, dass es schon schwer war, zu erkennen, wer drei Meter weiter stand oder saß.

Unerkannt zu bleiben ist wohl auch der Grund, warum Promis wie Olivia Wilde, Jason Sudeikis, Demi Moore und James Franco hier zu den Stammgästen gehören. Demi Moore habe ich nicht gesehen, aber dafür habe ich auf der Toilette die Bekanntschaft einer Künstlerin gemacht, die zuerst fünf Minuten das Klo blockierte, bevor sie mir dann die Bluse zuknöpfend verriet, dass sie ein sieben Monate altes Baby habe und sich gerade die Brustmilch aus dem Busen quetschen musste, weil dieser so schmerzte. Ah ja, thanks for sharing.

Und? Wird der Laden ohne Namen dem ganzen Hype gerecht? Vermutlich nicht. Aber ich würde jederzeit wieder hingehen. Macht ja durchaus Spaß, sich so ‚exklusiv‘ zu fühlen. Konzept geglückt, würde ich sagen!

Viele Grüße aus Lalaland sendet Jessica Mazur.

Restaurant hat weder Namen noch öffentliche Telefonnummer – und die Leute kommen ...
© Bild: Jessica Mazur