'Resident Evil: Afterlife': Rasante Action - lahme Story

'Resident Evil: Afterlife': Rasante Action - lahme Story

Mit der dritten Fortsetzung der ‚Resident Evil’-Reihe ist nun auch Regisseur Paul W. S. Anderson auf den 3D-Zug aufgesprungen, um die Fans in die Kinos zu locken. Dabei verlässt er sich zu sehr auf mitreißende Bild-Effekte, denn die Story und die Charaktere gehen zwischen dem viel zu oft eingesetzten Zeitlupen-Geballer unter.

Um den Film zu verstehen, sind Kenntnisse über die Vorgeschichte nicht zwingend notwendig, da die Handlung ziemlich simpel gestrickt ist. Das bereits im ersten Teil von der Umbrella Corporation freigesetzte T-Virus hat inzwischen fast die gesamte Bevölkerung in Menschen fressende Zombies verwandelt. Alice (Milla Jovovich), die mittlerweile kein übernatürlicher Mutant mit Superkräften mehr ist, sondern ein sterblicher Mensch, sucht per Flugzeug vergebens nach Überlebenden. Sie folgt einem vielversprechenden Funkruf, demzufolge Arcadia Zuflucht für noch nicht infizierte Menschen bietet, und trifft auf ihre alte Freundin Claire (Ali Larter). Deren Gedächtnis wurde von der Umbrella Corporation teilweise ausgelöscht, sie kann sich nicht an Alice erinnern.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten machen die zwei sich gemeinsam auf die Suche nach Überlebenden. Im völlig verwüsteten Los Angeles entdecken sie schließlich auf dem Dach eines Sicherheitsgefängnisses ein Hilferufzeichen, wo sie eine Notlandung hinlegen. Dort treffen sie auf eine kleine Gruppe von Überlebenden, die sich in dem von Zombies umzingelten Gebäude verschanzt hat. Auch sie haben die Funk-Nachricht über Arcadia erhalten. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei nicht um die von Alice aufgesuchte Stadt handelt, sondern um ein Schiff, das sich ganz in der Nähe befindet.

Ihre letzte Hoffnung, sicher auf das Schiff zu gelangen, ist Chris (Wentworth Miller). Er wird von der Gruppe gefangen gehalten, da er bereits vor ihrer Ankunft in einer der Zellen steckte. Er kennt als Einziger den Weg aus dem Gefängnis. Viel Zeit bleibt nicht mehr, denn die Zombies haben mittlerweile einen Tunnel in das Gebäude gegraben.

- Anzeige -

Die Kampfszenen sind durch die 3D-Effekte und die Slow-Mo ein bildgewaltiges Erlebnis - leider werden diese viel zu häufig eingesetzt. Offenbar fehlten dem Regisseur ein paar originelle Ideen. So wurden einige Spezialeffekte und Kostümierungen bei ‚Matrix’ abgeschaut. Bösewicht Wesker (Shawn Roberts) erscheint mit Sonnenbrille, Gel-Frisur und schwarzem Mantel wie eine Eins-zu-eins-Kopie von Neo.

Eine Action-Szene jagt die andere, da bleibt wenig Raum für eine plausible Entwicklung der Geschichte oder längere Dialoge. Die Nebendarsteller werden zur Deko, die zwar schön anzusehen sind, aber so viel Tiefgang haben wie die Zombies. Vor allem Claire kann aufgrund ihres Gedächtnisverlustes in ihrer Rolle nicht aufgehen und schaut die meiste Zeit nur dumm aus der Wäsche.

Der Aufruf für das Casting der Darsteller hätte wohl auch „Model gesucht“ lauten können. Diese bestehen nämlich ausschließlich aus gutaussehenden, jungen Schauspielern, die anscheinend zu schön waren, um sich in hässliche Zombies zu verwandeln. Auch Milla Jovovich schafft es nach zahlreichen schmutzigen Zweikämpfen immer noch perfekt gestylt und geschminkt in die Kamera zu lächeln. Trotz einiger Logikfehler und dünner Storyline unterhält der Film dennoch - 3D sei Dank.

Von Mariana Jang

— ANZEIGE —