Renée Zellweger in der Rolle ihres Lebens: Filmkritik zu 'Bridget Jones' Baby'

Emma Thompson ist als Bridget Jones' Gynäkologin  nie um einen zynischen Spruch verlegen - Foto: Studiocanal
Emma Thompson ist als Bridget Jones' Gynäkologin nie um einen zynischen Spruch verlegen © dpa, StudioCanal, his kno

Diesmal nimmt Bridget Jones nicht wegen der Schokolade zu

Zwölf Jahre nach dem letzten Film erfahren wir endlich, wie es weiterging mit Bridget Jones und ihrem Mark Darcy. Die beiden werden bald zu dritt sein – aber nicht so, wie Sie jetzt vielleicht denken!

Filmkritik von Mireilla Zirpins

- Anzeige -

Renée Zellweger und Colin Firth haben mit Patrick Dempsey einen neuen Partner gefunden

Renée Zellweger hat in Bridget Jones mal wieder die Qual der Wahl - diesmal zwischen Patrick Dempsey und Colin Firth (r.) - Foto: Studiocanal
Renée Zellweger hat in Bridget Jones mal wieder die Qual der Wahl - diesmal zwischen Patrick Dempsey und Colin Firth (r.) © dpa, StudioCanal, his

Natürlich ging die Beziehung zwischen dem verklemmten und gutherzigen Anwalt Mark Darcy und der chaotischen Brigdet Jones in die Brüche – wie alles, was die sympathisch-tollpatschige Blondine, erneut von Renée Zellweger mit engagiert britischem Akzent verkörpert, anfasst. Und so ist Bridget wieder genau da, wo wir sie 2001 kennengelernt haben: Als frustrierter Single in ihrer kleinen Londoner Wohnung. Ihre Geburtstage feiert sie immer noch allein mit einem großen Glas Chardonnay, aber mit deutlich weniger Schokolade als früher. Zu mühsam muss sie sich die Kalorien wieder in der Muckibude abtrainieren. Deshalb ist die neue Bridget deutlich schlanker als früher – die zierliche und schlanke Renée Zellweger wird sich gefreut haben, dass sie sich diesmal keine Pfunde für die Rolle anfuttern musste.

Dafür, dass Bridget so wenig zielstrebig ist im Leben, ist sie erstaunlich weit gekommen. Nach den eher holprigen Anfängen ihrer Journalistenkarriere arbeitet sie nun mit 43 als Produzentin einer Nachrichtensendung – mit lauter paarungswilligen Endzwanzigern. Und so macht Bridget in ihrer Torschlusspanik plötzlich auf berufsjugendlich. Das führt sie zusammen mit einer Kollegin aufs Glastonbury-Festival, wo sie in Hotpants alles mitnimmt, was zu kriegen ist: Crowdsurfing, Kampftrinken und einen attraktiven Unbekannten in Gestalt von Patrick Dempsey, der als Neuzugang der Filmreihe völlig aufgeht in seiner Rolle als schicker Charmeur.  

Dass das Ganze vielleicht doch nicht altersgerecht ist, fällt ihr wenige Tage später auf, als sie auf einer Taufe ihren Ex Mark Darcy (Colin Firth wirkt leider etwas gelangweilt und unterfordert) wiedertrifft. Und dann ist er auch noch frisch getrennt! Erst ist er ein bisschen genervt von der trotteligen Bridget, doch dann wird er plötzlich wieder anhänglich.

Bridget Jones' Baby - der offizielle Kinotrailer
Bridget Jones' Baby - der offizielle Kinotrailer Und es steht gleich mehr als ein möglicher Vater bereit 00:02:20
00:00 | 00:02:20

Kleine Längen, aber viele Lacher in 'Bridget Jones' Baby'

Es ist angesichts des Titels keine Überraschung, dass Bridget wenig später herausfindet, dass sie schwanger ist. Nur von wem? Ein Vaterschaftstest soll Klarheit bringen, doch dazu muss sie erstmal jenen Jack aus dem Zelt in Glastonbury herbeischaffen. So landet der selbsternannte Paartherapeut Jack (Dempsey) bald auf der Couch ihrer Sendung, und das Chaos nimmt seinen Lauf. Denn Mark Darcy träumt nun von einem Leben zu dritt – und damit meint er nicht mit Bridget und Jack…

Auch wenn der Humor stellenweise extrem klamaukig ist, überzeugt der dritte Teil doch eher als sein Vorgänger – was auch daran liegt, dass wieder wie beim ersten Teil Sharon Maguire Regie geführt hat. Die Story trägt zwar keineswegs über zwei Stunden hinweg und der Zuschauer muss einige Längen und Tempo-Schwächen durchleiden, aber Bridgets neue Verfehlungen sind für zahlreiche Lacher gut. Ebenso die One-Liner von Emma Thompson, die hier Bridgets sarkastische Gynäkologin mimt und selbst am Drehbuch mitgeschrieben hat. Vor allem aber Renée Zellweger überzeugt als Identifikationsfigur Bridget, der man nur einmal etwas böse ist, als sie im Job einen General mit seinem Fahrer verwechselt, nur weil sie beide Asiaten in Uniform sind. Nach einer Weile vergisst man sogar Zellweger Falten zu beobachten – sie hatte ja schließlich Schlagzeilen gemacht mit einem angeblichen Schönheitseingriff…

Wen wir hingegen richtig vermisst haben, ist Hugh Grant, der als Frauenheld Daniel Cleaver in den vergangenen beiden Filmen so herrlich schlüpfrig war wie nach ihm nur Dr. Marc Meier in ‚Doctor’s Diary‘. Was aus ihm geworden ist? Verraten wir hier nicht, denn diese Überraschung des Films wollen wir Ihnen nicht verderben! 

— ANZEIGE —