Rebell Neil Young wehrt sich gegen Apple und Co.

Rebell Neil Young wehrt sich gegen Apple und Co.
Neil Young macht ausschließlich das, was er für richtig hält © Tinseltown / Shutterstock.com

Nach wie vor und durch und durch Rebell - so präsentiert sich Musik-Superstar Neil Young (70, "Heart of Gold") im Interview mit dem "SZ-Magazin". Unter anderem macht er sich darin Luft zum Thema moderne Musikindustrie. Wer jetzt denkt "älterer Herr, der das nur nicht mehr versteht", hat weit gefehlt. Denn der gebürtige Kanadier weiß ganz genau, wovon er spricht und was er tut. "Ich bin extrem vorhersehbar, ich tue nämlich seit 50 Jahren immer und immer wieder genau das Gleiche: das, worauf ich gerade Lust habe", so Young.

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"Die können mich mal"

28 Minuten vs. Standardlänge

Warm anziehen darf sich deshalb unter anderem der US-Konzern Apple mit seinem digitalen Musik-Shop iTunes. Denn die Vorgaben, denen Musikstücke entsprechen müssen, um darin verkauft werden zu können, sind "absurd", sagt Neil Young. "Apple sagt, dass ein Song, den sie bei iTunes anbieten, nur eine bestimmte maximale Länge haben darf. Ein Technologiekonzern will mir vorschreiben, wie meine Arbeit auszusehen hat? Die können mich mal." Und das ist nur konsequent, wenn man bedenkt, dass einer seiner Songs auf dem neuen Album "Earth" (VÖ: 17. Juni) 28 Minuten dauert. "Eben", stimmt der Musiker lapidar zu.


Was ihm bei dem Apple-Konstrukt ebenso sauer aufstößt, ist die Tatsache, dass Pausen zwischen den einzelnen Stücken auf einer Platte vorgeschrieben sind. Deshalb werde seine neue Platte "weder bei iTunes noch bei vergleichbaren Diensten erscheinen". Dass sein Album dann möglicherweise weniger Käufer findet, stört ihn nicht weiter. "Ich habe jede Platte für mich gemacht. Wenn es die Menschen verstehen, super. Wenn nicht, auch okay."


Nur der Qualität verpflichtet

Und noch eine Sache stört den eigensinnigen Mann sehr: Die "unglaublich schlechte Soundqualität", mit der sich die Hörer auf Onlineportalen und Co. heute zufrieden geben müssen. "Man muss ihn schon in seiner vollen Qualität hören, damit ein Song eine Wirkung entfaltet", sagt er. Mit dem Siegeszuge der digitalen Aufnahmen werde "eine ganze Kunstform ruiniert", schimpft der Künstler, der sich "nicht wütend" fühlt, sondern "eher verpflichtet", wie er erklärt.


Und verpflichtet fühlt er sich eben der Qualität. Deshalb vertreibt er seine Musik auf seinem selbst entwickelten, hochauflösenden Musikplayer Pono. Und wenn das dann am Ende der einzige Ort sei, wo man seine Musik kaufen könne, sei es auch okay, sagt Neil Young. Für Kopien, gebrannte CDs, MP3s oder wenn jemand seine Stücke einfach nur rippt, will er übrigens kein Geld. "Ich will nur Geld für das, woran ich glaube: High-Quality-Sound."



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