Rea Garvey: Es wird Zeit, laut zu werden

Rea Garvey: Es wird Zeit, laut zu werden
Rea Garvey © Cover Media

Rea Garvey (42) glaubt, dass viele ausländerfeindliche Menschen nicht etwa von Hass, sondern von Angst getrieben werden.

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Mund aufmachen gegen Hass

"Ich bin Gast in diesem Land und habe vor allem die gute Seite Deutschlands erlebt", betonte der megaerfolgreiche Sänger ('Oh My Love'), der derzeit als Coach bei 'The Voice of Germany' sitzt, im Interview mit 'ruhrnachrichten.de'. Geboren in Irland kam Rea nach Deutschland, um seine Musikkarriere zu starten und fand bei den Menschen hier sofort Gehör. Deswegen will er auch in der derzeit sehr angespannten Flüchtlingslage nicht nur das Negative sehen. "Ich finde, im Moment wird ein falsches Bild vermittelt. Die Hasser sind ja nur eine Minderheit", kommentierte er die Berichte über rechte Gewalt in Deutschland.

Trotzdem will der Rocker natürlich nicht von der Hand weisen, dass es derzeit Menschen gibt, die ausländerfeindliche Parolen rufen oder - schlimmer noch - Gewalt gegen Flüchtlinge und Ausländer ausüben. "Hass ist infektiös. Mit den richtigen zwei, drei Leuten vorne an einem Mob kannst du eine Menschenmasse steuern", zeigte Rea Garvey auf und verdeutlichte seine Sicht der Dinge: "Ich glaube, viele von denen, die sich durch die Rechten manipulieren lassen, sind eigentlich nicht von Hass, sondern von Angst getrieben. Ihre Angst wurde erst zu Hass gemacht. Die Rechten wissen, welche Tasten sie drücken müssen."

Seit Monaten macht sich Rea deswegen schon für Flüchtlinge stark, hat unter anderem den Song 'Run For The Border' geschrieben. Beim Deutschen Radiopreis Anfang September sagte der Star, es gebe in jedem Land Idioten und wenn diese laut seien, müssten die anderen, also die Nicht-Idioten, eben lauter sein. Dabei möchte der Musiker nicht zu streng mit Menschen ins Gericht gehen, die sich vor dem großen Flüchtlingsstrom fürchten. Im Gespräch mit 'n-tv.de' sagte er: "Ich finde es durchaus nachvollziehbar, dass viele Menschen hier Angst haben. Es gab die Bilder von ISIS - und auf einmal kommen zehn- oder zwölftausend Flüchtlinge in München an. Wenn du 65 und allein in deiner Wohnung bist, dann hast du Angst."

Als Entschuldigung kann er Furcht aber nicht gelten lassen: "Ich verstehe die Angst, die die Menschen haben. Aber natürlich hat niemand das Recht, jemanden wegen Glauben, Hautfarbe oder Herkunft zu verurteilen. Erst wenn man jemandem die Hand gibt, kann man anfangen, sich eine Meinung zu bilden - und auch nur über diese Person."

Wer noch mehr von Rea Garveys Gedanken, Gefühlen und Ideen hören möchte, kann das auf seinem neuen Album 'Prisma' tun, das am 2. Oktober erschienen ist.

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