Rassismusaffäre um Oprah Winfrey: Jetzt spricht die beschuldigte Verkäuferin

Die US-Talkmasterin ist entsetzt über Rassismus
Oprah Winfrey fühlt sich rassistisch beleidigt © REUTERS, DYLAN MARTINEZ

Rassismusaffäre um Oprah Winfrey: Jetzt spricht die Verkäuferin

Es ging ein Aufschrei um die Welt, als US-Talkmasterin Oprah Winfrey erzählte, sie sei in einer Züricher Edelboutique Opfer von Rassismus geworden. Die erste und einzige afro-amerikanische Milliardärin habe sich eine 28.000 Euro teure Handtasche anschauen wollen, aber die Verkäuferin wollte sie ihr angeblich nicht zeigen, weil sie "zu teuer für sie" wäre.

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Jetzt schilderte die beschuldigte Verkäuferin in einem Interview mit der Schweizer Zeitung ‚Sonntagsblick’ ihre Sicht der Dinge - und zeichnet ein ganz anderes Bild von der Situation: „Ich ging zu einer Vitrine und zeigte ihr eine dieser Taschen. Ich erklärte ihr, dass es diese Taschen in verschiedenen Größen und Materialien gibt, so wie ich das immer tue. Sie blickte auf ein Gestell hinter mir. Darauf ausgestellt war die 28.000-Euro-Krokotasche", so die Verkäuferin, die namentlich nicht genannt werden will.

"Ich sagte ihr, dass es dieselbe Tasche sei wie die, die ich gerade in der Hand hielt. Nur dass die Krokotasche viel teurer sei. Ich könne ihr gerne noch andere Taschen zeigen. Ich fragte sie sogar, ob sie die Tasche genauer anschauen wolle.“ Daraufhin habe sich die 59-jährige Winfrey nochmals im Geschäft umgeblickt, aber nichts mehr gesagt. Sie sei einfach rausgegangen und nicht einmal fünf Minuten im Geschäft gewesen.

„Ich bin keine Rassistin“

Boutiquebesitzerin Trudie Götz mit einer ähnlichen Tasche
Boutiquebesitzerin Trudie Götz zeigt eine ähnliche Tasche © Blick / Splash News

Die aus Italien stammende Verkäuferin wisse immer noch nicht, was sie ihrer Kundin gegenüber falsch gemacht haben könnte, würde sich aber gerne bei Oprah Winfrey entschuldigen: „Ich habe Frau Winfrey sicher nicht absichtlich beleidigen wollen. Es war ein Missverständnis. Mein Englisch ist okay, aber nicht ausgezeichnet.“

Auch ihre Chefin, Boutique-Inhaberin Trudie Götz, stellt sich gegenüber RTL vor die Verkäuferin: "Ich kann mir nur erklären, dass es ein Missverständnis wegen der Sprache war." Deswegen habe sie auch von einer Kündigung abgesehen, wie der ‚Sonntagsblick‘ berichtet.

Die Verkäuferin, die Winfrey selbst nicht erkannt habe, leide stark unter den Anschuldigungen. „Ich kann seit Tagen nicht mehr schlafen und fühle mich total machtlos, auch ausgeliefert. Es ist der Horror, was da passiert,“ sagte sie im ‚Sonntagsblick‘. Sie könnte auch nicht verstehen, warum Winfrey das Thema so groß in die Öffentlichkeit trug.

„Sie ist so mächtig, und ich bin bloß eine Verkäuferin. Hätte sich alles so zugetragen, wie sie behauptet: Warum hat sie sich dann nicht am nächsten Tag an der Hochzeit von Tina Turner bei Trudie Götz beschwert? Meine Chefin war ja dort ebenfalls zu Gast“, erzählt die Verkäuferin.

Winfrey war einzig für die Hochzeit nach Zürich gekommen. Sie schrieb jetzt auf Twitter, dass sie jetzt erst erfahren hat, wie teuer die Tasche gewesen wäre. Ihr sei das zu teuer.

Bildquelle: Reuters/SPLASH

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