'Rango': Ein Chamäleon wird zum Western-Helden

4 von 5 Punkten

Zu Anfang des Animations-Films könnte man meinen, dass es sich bei 'Rango' um einen Abklatsch der 'Findet Nemo'-Geschichte handeln könnte: Ein gefangen gehaltenes Haustier erlangt seine Freiheit und muss sich in der freien Wildbahn zurecht finden. Doch die Geschichte schlägt eine völlig andere und spannendere Richtung ein. Der Film unterhält dabei durch originelle Dialoge, gut gemachte Animation und eine Neu-Interpretation der Western-Klischees.

Das froschähnliche Chamäleon Rango (Originalsprecher: Johnny Depp) fristet in seinem Terrarium ein einsames Leben. Seine einzigen Freunde sind eine kopflose Barbie-Puppe und ein aufziehbarer Plastik-Goldfisch, mit denen das Hawaii-Hemd tragende Reptil selbst inszenierte Theaterstücke aufführt. Dieses eintönige Leben findet ein jähes Ende, als er bei einem Unfall samt Terrarium aus dem Auto geschleudert wird. Nach einer kleinen Irr-Reise durch die Wüste landet Rango schließlich im Western-Dorf 'Dreck'. Der Hobby-Schauspieler ergreift die Chance sich die Rolle des gesetzlosen Western-Helden anzueignen und wird prompt zum Sheriff ernannt. Doch damit fangen die Probleme für Rango erst an: Der Wasservorrat im Dorf wird immer knapper und eine riesige Klapperschlange treibt ihr Unwesen...

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Kein typischer Kinderfilm

Der Film unterhält durch witzige Dialoge und einzigartige Charaktere, die sich von allen bisherigen Animationen hervorheben. Teilweise erscheinen die Szenen so real, dass sie nicht von der Wirklichkeit zu unterscheiden sind – und das ganze ohne 3D-Effekt. Dass Regisseur Gore Verbinski (’Fluch der Karibik’) die Hauptfiguren mal nicht niedlich, sondern eher hässlich gestaltet, ist eine nette Abwechslung zu den typischen Animationsfiguren und verleiht jedem Einzelnen einen starken Wiedererkennungswert.

Schonungslos wird mit sämtlichen Westernklischees gespielt: Besonders gelungen ist dabei der Überraschungs-Auftritt des jungen Clint Eastwood aus dem Western-Klassiker 'Zwei glorreiche Halunken'. Dieser erscheint Rango als Vision, um ihm aus einer Sinnkrise zu helfen. Doch auch andere Filme werden schön durch den Kakao gezogen und erleben dank ’Rango’ ein Revival - gesetzt den Fall, man hat sie gesehen.

Zwar wird der Kinozuschauer schnell ins Geschehen gerissen, doch leider verliert die Geschichte zwischenzeitlich an Tempo und kommt erst gegen Ende wieder in Fahrt. Nichtsdestotrotz bietet der Film für die ganze Familie gute Unterhaltung und ein bildgewaltiges Erlebnis. Aufgrund einiger Gewalt-Szenen und anspruchsvolleren Dialogen ist der Film jedoch eher für ältere Kinder und Erwachsene geeignet.

Von Mariana Jang

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