Ralph Siegel: Deshalb ging Deutschland beim ESC wieder leer aus

Ralph Siegel vermisst den Siegesdrang der Deutschen
Ralph Siegel © Cover Media

Ralph Siegel (70) glaubt zu wissen, warum Deutschland sich in den vergangenen Jahren beim Eurovision Song Contest so schwer getan hat.

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Nach ESC-Pleite

Am Samstag [14. Mai] blickte die Nation mit Hoffnung nach Stockholm: Jamie-Lee (18) sollte mit ihrem Song 'Ghost' die deutsche ESC-Ehre retten, kehrte allerdings nur mit einem enttäuschenden letzten Platz in der Tasche zurück - genau wie Ann Sophie (25, 'Black Smoke') im vergangenen Jahr. ESC-Legende Ralph Siegel - er holte mit seinen Kompositionen in der Vergangenheit immerhin acht Top-5-Platzierungen, darunter auch einmal den Sieg - weiß, was Deutschland fehlt: Der "Drang beim ESC ganz vorne zu liegen", so Siegel im Interview mit der 'B.Z.'. "Denn sonst würde die Vorentscheidung, von wenigen Ausnahmen abgesehen, mit anderen Songs und anderen Künstlern besetzt sein, nämlich mit Künstlern und Lieder, die international chancenreich sind und nicht allein auf den deutschen Geschmack abzielen, um im eigenen Land CDs zu verkaufen und neue Sänger zu promoten. Es kommt nicht auf bekannte Künstler an, sondern auf Lieder und Produktionen, die international verständlich sind und den durchschnittlichen Geschmack Europas ins Herz treffen."

Die Erklärung, Bundeskanzlerin Angela Merkel habe mit ihrer Politik gar Schuld an der Unbeliebtheit Deutschlands, lässt Ralph Siegel nicht gelten. "Es gibt immer dumme Kommentare und Ausreden, wenn Ziele nicht erreicht wurden, und natürlich muss auch die arme Angela Merkel wieder her halten – wie dumm und verkrampft ist das denn? Die Juroren sind Musiker und Künstler und haben – von wenigen Ausnahmen abgesehen – mit Politik meist nur wenig am Hut."

Jamie-Lee würde er dagegen auch keinen Vorwurf machen, stellte er im Gespräch mit 'Focus Online' klar. "Nein – denn sie hat ihr Bestes gegeben, doch ihr Bestes war leider nicht gut genug, um im hart umkämpften ESC zu bestehen. Die Frage ist, ob man ihr damit einen Gefallen getan hat." Seiner Meinung nach sei beim Vorentscheid "die Wahl auf ein Castingmädchen" gefallen, "das einfach leicht überfordert war". Ihr Song sei "zwar nett, aber nicht stark genug" gewesen, urteilte Ralph Siegel.

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