Rainer Langhans spricht über den Tod von Jutta Winkelmann: "Ein sehr bewusstes Sterben"

Jutta Winkelmann: Ein wildes Leben als Hippie-Ikone
Jutta Winkelmann (l.) im Jahr 1995 zusammen mit Rainer Langhans und ihrer Schwester Gisela Getty © imago/teutopress, SpotOn

Rainer Langhans (76) war bis zuletzt an ihrer Seite

Die Zwillingsschwestern Jutta Winkelmann und Gisela Getty waren als "Getty-Twins" bekannt und galten als Ikonen der 68er-Bewegung. Am Donnerstag ist Jutta Winkelmann im Alter von 67 Jahren verstorben, wie der Verlag Weissbooks mitteilte. Sie kämpfte gegen eine schwere Krebserkrankung: Im April 2013 diagnostizierten die Ärzte Metastasen im Knochenmark. Nun hat sie den Kampf verloren.

Zwölf Jahre zuvor hatte Winkelmann den Brustkrebs besiegt und galt als geheilt. Doch der Krebs kam zurück in ihren Körper. "Ich bin ziemlich krank. Ich habe Knochenkrebs. Meine halbe Wirbelsäule ist zerfressen, und im Becken wuchert ein ganzer Herd", sagte die Autorin und Fotografin im August 2013 im Interview mit der "Welt".

Ein "Harem" und die freie Liebe

Ihr langjähriger Freund Rainer Langhans (76) war bis zuletzt an ihrer Seite. Zusammen mit ihm und zwei anderen Frauen gründete Winkelmann im Jahr 1976 eine WG, den sogenannten "Harem", in München. Später stießen auch Schwester Gisela und eine weitere Frau hinzu. Langhans hatte damals gerade das Beziehungsende mit Uschi Obermaier (70) hinter sich. Zusammen wollten die Frauen samt Rainer Langhans unter dem Credo "Nicht ein Mann hat fünf Frauen, sondern fünf Frauen haben einen Mann" die Grenzen des selbstbestimmten Lebens austesten. Sie zelebrierten die freie Liebe.

Die Beziehung zu Rainer Langhans hielt bis zu Winkelmanns Tod an. "Jutta hatte klare Vorstellungen, wie sie ihren Weg von dieser Seite des Seins auf die andere beschreiten wollte. Es war ein sehr bewusstes Sterben", erklärte der Münchner ihren letzten Wunsch im Gespräch mit der "Bild"-Zeitung. "Sie verzichtete auf Morphine und bat uns, auch keine weiteren Operationen über sich ergehen lassen zu müssen. Sie wollte nicht das Bewusstsein verlieren, bevor es natürlich abgeschaltet wird. Sie bestand auf diesen Moment der Klarheit."

Sich bewusst mit ihrer Diagnose auseinanderzusetzen, war Winkelmann unglaublich wichtig: Ihre Erfahrungen mit der Krebserkrankung schilderte sie unter anderem in ihrem Buch "Mein Leben ohne mich", das im November 2016 veröffentlicht wurde.

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