"Quid Pro Quo": In Extremo mit Album Nummer zwölf

In Extremo
In Extremo haben einen Gang zugelegt. Foto: Henrik Josef Boerger © DPA

Die tosende Party zum 20. Jubiläum von In Extremo ist kaum verklungen, da bringen Deutschlands führende Mittelalter-Rocker schon ein neues Album heraus.

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"Quid Pro Quo" ist das mittlerweile zwölfte Studiowerk der mit Auszeichnungen und Charterfolgen hoch dekorierten Band. Im Vergleich zum Vorgänger "Kunstraub" ist dessen Nachfolger härter und metal-lastiger ausgefallen.

Der gesteigerte Härtegrad der neuen Platte passt gut zu den mitunter gesellschaftskritischen Texten der sonst eher unpolitischen Band. Der Titeltrack prangert etwa "die Gier der Menschen" an. "Es geht in der Welt fast nur noch um wirtschaftliche Interessen", erklärt Gitarrist Basti Lange. Sänger Micha Rhein ergänzt: "Heutzutage kommt man gar nicht mehr um solche Themen herum."

Mit "Lieb Vaterland" ist auch ein Anti-Kriegssong auf der Platte. "Die Kinder werden schon früh manipuliert, damit sie für irgendwelche Arschlöcher in den Krieg ziehen", verdeutlicht der Frontmann das textliche Konzept.

In zwei Stücken verarbeitet die Band ihre Liebe zu Russland. Dabei stört die Mitglieder die ihrer Meinung nach häufig zu negative Berichterstattung der westlichen Medien über das Land. "Wir fahren oft nach Russland auf Tour, und noch nie ist es mir so vorgekommen, als sei das ein kriegstreiberisches Volk", betont Drummer Florian Speckardt.

Die Band sieht Staatschef Wladimir Putin zwar kritisch, Rhein sagt aber auch deutlich: "Den Weg, den (Hans Dietrich) Genscher und (Michail) Gorbatschow für ein besseres Verhältnis von Ost und West geebnet haben, haben irgendwelche Dummköpfe in den zurückliegenden 25 Jahren zerstört und uns um 75 Jahre zurückgeworfen."

In Extremo riefen Mitte der 90er Jahre die außergewöhnliche Symbiose von mittelalterlicher Jahrmarktmusik und hartem Rock in Berlin ins Leben. Mit Erfolg: Die letzten fünf Alben landeten allesamt auf den ersten drei Plätzen der Charts.

Trotz ernsterer Themen hat die Band aber auch ihren Humor nicht verloren. Dafür sorgen Songs wie "Sternhagelvoll" und "Störtebeker" - und auch das Coverbild ziert eine zünftige Kneipenschlägerei. Frontmann Rhein prophezeit: "Vor meinem inneren Auge sehe ich schon die Staubwolke, die entsteht, wenn wir 'Störtebeker' auf einem Festival spielen."


dpa
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