Queen Elizabeth II. feiert 60-jähriges Thronjubiläum

Seit 60 Jahren thront Queen Elizabeth II. über den Engländern.
Seit 60 Jahren thront Queen Elizabeth II. über den Engländern. © dpa, EPA

Herzlichen Glückwunsch Queen Elizabeth II.!

Bei uns meckert man über die Rente mit 67, sie dagegen hätte wahrscheinlich für solche Beschwerden nur ein spöttisches Lächeln übrig: Denn Queen Elizabeth arbeitet sogar noch mit ihren 85 Jahren unermüdlich und reist durch die Welt, um ihren Pflichten nachzukommen. Auf den Tag genau ist Elizabeth Alexandra Mary of York seit 60 Jahren im Dienst - herzlichen Glückwunsch!

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Von Merle Wuttke

60 Jahre! Seit 60 Jahren schüttelt sie die Hände von berühmten Musiker, Politikern, Intellektuellen, Schauspielern, aber auch von normalen kleinen Mädchen und Jungs und älteren Damen und Herren. Seit 60 Jahren sitzt sie ihre Zeit bei festlichen Banketten ab, lächelt zurückhaltend und unterhält sich mit allen auf dieselbe nette und interessierte Art, egal wie langweilig das Gespräch gerade sein mag. 60 Jahre voller Pflichtbewusstsein und Disziplin liegen hinter ihr und angesichts ihrer guten körperlichen Verfassung hoffentlich noch ein paar weitere vor ihr: Wenn ein Wort Queen Elizabeth II. beschreibt, dann ist das wohl - zäh.

Die unbeugsame und würdevolle Queen Elizabeth II.

Das mag auf den ersten Blick uncharmant klingen, ist aber voller Bewunderung gemeint. Denn schließlich muss man solch ein Leben, angefüllt mit Pflichten, merkwürdigen Familienmitgliedern, Skandalen und tragischen Todesfällen erst einmal in dieser Würde und mit solchen Durchhaltevermögen bewältigen. Besonders, wenn man bedenkt, dass die Königin ihre Rolle im Staat wirklich rein repräsentativ sieht: Klaglos übernahm sie mit 26 Jahren das Amt ihres Vaters, nachdem der am 6. Februar 1952 gestorben war, auch wenn die Krönung erst einige Zeit später stattfand, und niemals würde man die Queen dabei erwischen öffentlich politisch Stellung zu beziehen – es sei denn, es geht um den Zusammenhalt Großbritanniens und den der 54 Staaten des Commonwealth.

Nein, jammern ist nicht ihre Sache. Vielleicht ist das so, wenn man viele Jahre seines Lebens freiwillig in den nebligen und feuchtkalten Wäldern Schottlands verbringt oder als erstes weibliches Mitglied der königlichen Familie Militärdienst leistet.

Vor allem aber weiß Elizabeth II. wohl einfach, was sich als Trägerin einer solchen Bürde gehört - im Gegensatz zu manch anderen, die heute ein hohes öffentliches Amt bekleiden (nein, wir nennen keine Namen, aber es gibt da diesen Bundespräsidenten...). Das ist nicht altmodisch, sondern beeindruckend.

Dafür haben sich die anderen Mitglieder ihrer Familie bisher immer ordentlich gehen lassen: Der älteste Sohn faselte am Telefon mit seiner Geliebten über Tampons, die Schwiegertochter schillerte bis zum ihrem tragischen Unfalltod auf den Seiten der Klatschblätter, ein weiterer Sohn lässt sich von halbseidenen Typen die Urlaube bezahlen und einer der Enkel verkleidet sich gern mal als Nazi. Elizabeth erträgt diese Familie stoisch und schießt zur Nervenberuhigung einfach lieber ein paar Fasane oder jätet Unkraut.

Hach, bei einer solchen Regentin und angesichts von falschen Doktoren in unserer Politiklandschaft und Bundespräsidenten, die ein bisschen zu gern und zu oft Einladungen von Freunden annehmen, wünscht man sich doch glatt die Monarchie zurück. Oder vielleicht lieber doch nicht, wenn man bedenkt, wer sich da so in deutschen Adelskreisen tümmelt - ein Herrscher à la Ernst-August von Hannover würde jedenfalls nicht wirklich eine Verbesserung bedeuten. In diesem Sinne: God save the Queen!

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