Queen Elizabeth II.: Das passiert, wenn die britische Monarchin stirbt

Was passiert, wenn die Queen wirklich einmal stirbt?
Queen Elizabeth II. sitzt seit 1952 auf dem Thron von England © Michael Mayhew-allstar-Globe Photos, Inc./ImageCollect, SpotOn

Wohl geplanter Ausnahmezustand

Der royale Supergau ist zum Glück ausgeblieben. Die Notfall-Sitzung im britischen Königshaus hatte nicht, wie vielerorts orakelt, mit einem schlechten Gesundheitszustand oder gar dem Ableben der Queen zu tun. Stattdessen hat sich lediglich ihr Mann Prinz Philip (95), der Duke of Edinburgh, ab dem kommenden Herbst von allen weiteren öffentlichen Auftritten abgemeldet. Doch die Panik, die nicht nur durch die Straßen Londons geisterte, hat vielen Menschen weltweit die Endlichkeit der immerhin schon 91 Jahre alten Monarchin vor Augen geführt. Aber was passiert eigentlich, wenn der Ernstfall tatsächlich eintritt und ihre lange Regentschaft endet?

Was die Vergangenheit gezeigt hat

Natürlich hat man im Buckingham Palast für diesen geschichtsträchtigen Vorfall ein Notfall-Protokoll vorbereitet, das im besten Fall schon vor dem Ableben der Queen in Kraft tritt. Als sich das lange Leben ihrer Mutter Elizabeth I. im Jahr 2002 mit 102 Jahren absehbar dem Ende entgegen neigte, hatte sie noch genug Zeit, sich von ihren Liebsten zu verabschieden. Auch Freunden soll sie per Telefon Lebewohl gesagt haben, berichtet "The Guardian".

Bei George V., dem Großvater der Queen, wurde im Vorfeld des Todes sogar eine offizielle Meldung veröffentlicht, wie "The Guardian" zitiert: "Das Leben des Königs nähert sich friedlich seinem Ende an." Sollte die Queen also nicht eines urplötzlichen Todes sterben, ist es gut möglich, dass die Öffentlichkeit auf das Ableben der Königin auf ähnliche Weise vorbereitet wird. Darüber, welche genauen Informationen in diesen letzten Stunden veröffentlicht werden, entscheidet demnach maßgeblich der Doktor der Queen, Professor Huw Thomas.

Doch was, wenn die Queen bei einem Auslandsbesuch verstirbt? Auch dafür hat das Königshaus einen Plan: Ein Jet der Royal Air Force würde für diesen Fall extra abgestellt. An Bord hätte er einen bereits vorbereiteten Sarg des Bestattungsunternehmens der Royals, Leverton & Sons. In jedem Fall würde der Leichnam der Queen in den Thronsaal des Buckingham Palasts gebracht. Am vierten Tag nach dem Tod wird der Leichnam mit einer prunkvollen Militärparade zur Westminster Hall gebracht, wo er weitere vier Tage aufgebahrt wird. Am neunten Tag, dem "D+9", findet die Beerdigung statt.

Der neue König

Entgegen mancher Annahmen, Prinz William (34) könnte seinen Vater übergehen und die Nachfolge seiner Großmutter antreten, stellt das Königshaus laut "The Guardian" keine derartigen Gedankenspiele an. So werde Prinz Charles (68) als der Erste in der Thronfolge nach dem Tod der Queen schon am Folgetag um 11 Uhr als neuer König vorgestellt. Die meiste Arbeit direkt nach dem Tod fällt aber zunächst nicht für den neuen König, sondern für Sir Christopher Geidt an, seines Zeichens der Privatsekretär der Queen. Ihm obliegt es, die oder den Premierminister/in über den Todesfall zu informieren.

Für diesen Anruf sei sogar bereits ein Codewort im Umlauf, heißt es: "London Bridge is down", also "die Brücke Londons ist herabgelassen". Danach werden die 15 Regierungen des Commonwealth Realms außerhalb des United Kingdoms informiert. Etwa Australien, Kanada oder Neuseeland. Auch wenn im Vorfeld also über den verschlechterten Gesundheitszustand der Queen berichtet werden sollte, vom tatsächlichen Ableben würde die Öffentlichkeit erst einige Zeit später erfahren.

Die Medien sind bestens vorbereitet

Sämtliche Nachrichtenseiten und Zeitungen sollen sich ebenfalls bereits bestens auf diesen Ernstfall vorbereitet haben. Es heißt, "The Times" habe die Berichterstattung für die ersten elf Tage nach dem Tod der Queen schon in der Schublade. Experten zum Königshaus sollen bereits Exklusiv-Verträge mit einigen Sendern geschlossen haben, die turbulente Zeit nach der Tragödie mit ihrer Expertise zu füllen. Radiosender hätten zudem Playlists mit passender Musik vorbereitet, schreibt "The Guardian".

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