Priscilla Presley: Der lange Weg zum Glück

Priscilla Presley: Der lange Weg zum Glück
Seltener Schnappschuss (v.l.n.r.): Priscilla mit Tocher Lisa-Marie Presley und Enkelin Riley Keough © Eric Charbonneau/Invision/AP

Rund um den 8. Januar 2015 feierte alle Welt den 80. Geburtstag des King of Rock'n'Roll, Elvis Presley (1935-1977). Am heutigen Samstag ist einer seiner wichtigsten Menschen dran: Priscilla Presley ("Die nackte Kanone") wird 70. Sie schaffte das, was zu jener Zeit wohl der Traum nicht weniger Mädchen und junger Frauen war, sie wurde die Frau an der Seite des Superstars. Der trifft die damals 14-jährige Priscilla Beaulieu zum ersten Mal 1959 während seiner Militärzeit in Wiesbaden.

- Anzeige -

US-Star feiert 70. Geburtstag

Die gebürtige New Yorkerin war in Deutschland, weil ihre Mutter, Anna Iversen, mit ihrem zweiten Ehemann, dem kanadischen Luftwaffenoffizier Paul Beaulieu, dessen Namen die ganze Familie angenommen hatte, nach Europa versetzt worden war. Ihren leiblichen Vater, Leutnant James Wagner, hatte Priscilla nie wirklich kennengelernt; er starb kurz nach ihrer Geburt bei einem Flugzeugabsturz.


Aus dem Märchen wird ein Albtraum

Als Elvis nach seinem Wehrdienst wieder in die USA zog, kam seine immer noch minderjährige Freundin mit. Fortan lebte sie in seiner Villa in Memphis, Tennessee, während er als angeblicher Junggeselle auf Tournee ging. Erst Jahre später heiraten die beiden, obwohl ihre Liebe damals längst abgekühlt war, wie "ZDF-History" in einer Doku Anfang des Jahres nachzeichnete. Die Ehe hielt dennoch von 1967 bis 1973. Ihr gemeinsames Kind Lisa Marie kam im Februar 1968 zur Welt. Kurzzeitig machte diese Priscilla zur Schwiegermutter von Pop-Legende Michael Jackson (1958-2009) und Hollywood-Star Nicholas Cage (51), langfristig inzwischen zur vierfachen Oma.


Zwar hatten Priscilla und Elvis Affären. Dennoch wird die Scheidung im Oktober 1973 nur für sie zum Befreiungsschlag. Die Musiklegende stürzt sich noch mehr in einen rastlosen, ungesunden und schlussendlich tödlichen Lebensstil. Trotz Trennung, Scheidung und einem neuen Partner verteidigt Priscilla Presley den Mythos dieser "Jahrhundertliebe" bis heute mit allen Mitteln. Dafür ließ sie sich 1998 sogar gerichtlich bestätigen, als Jungfrau in die Ehe gegangen zu sein. Und auch ihr früheres "Graceland"-Anwesen in Memphis hat Presley in ein Millionengeschäft verwandelt.


Weder Elvis noch Priscilla haben wieder geheiratet. Zwei weitere wirklich wichtige Männer gab es aber in ihrem Leben: Mit dem italienisch-amerikanischen Filmemacher Marco Garibaldi bekam sie 1987 ihr zweites Kind, Sohn Navarone Garibaldi. Der ist heute Frontman der Rock-Band Them Guns.


Die eigene Karriere

Auch wenn sich ihr öffentliches Leben nach wie vor um den Ex-Mann dreht und sie aus dem Elvis-Kult weiter jede Menge Kapital schlägt, startete sie zwischenzeitlich eine eigene Karriere als Schauspielerin. In der international sehr erfolgreichen US-Serie "Dallas" (1978-1991) spielte sie von 1983 bis 1988 die Rolle der Jenna Wade, Bobby Ewings (Patrick Duffy) erster großer Liebe - noch vor Pam (Victoria Principal) -, die ihn allerdings vor dem Traualtar stehen ließ. Priscilla mochte ihre Rolle sehr, allein schon wegen der vielen Parallelen zum eigenen Leben: "Jenna ist extrem eigenständig, hat in Europa gelebt und hat ein Kind. Genau wie ich."


Der Einstieg ins Filmbusiness war geschafft. Abgesehen von einem weiteren Serien-Engagement 1992 in "Melrose Place" (1992-1999) ist es vor allem die "Nackte Kanone"-Reihe, die Fans mit ihr verbinden. In allen drei Slapstick-Komödien (1988, 1991, 1994) mit Leslie Nielsen (1926-2010) in der Hauptrolle, spielt sie dessen Geliebte Jane.


Aktuelle Auftritte

Auf ihrem langen Weg zum Glück wirbelte sie 2008 mit Louis Van Amstel übers "Dancing with the Stars"-Parkett. Nach dem fünften Tanz war allerdings Schluss. Zuletzt stand sie Ende April im Rampenlicht, als sie in Las Vegas, Nevada, eine große Elvis-Ausstellung und eine Hochzeitskapelle einweihte. Auch Priscilla und Elvis hatten in der Casino-Stadt geheiratet. Bei der ersten Eheschließung in der neuen Kapelle war sie Trauzeugin. Allzu melancholisch dürfte sie dabei allerdings nicht gewesen sein, denn über ihre Ehe sagte sie 2003 im Interview mit der Zeitschrift "Ladies' Home Journal": "Ich lebte das Leben einer anderen Person. Es ging nie um mich, es drehte sich rundherum um ihn."


Diese Unzufriedenheit zeigte sich in späteren Jahren auch im Gesicht der einst so schönen Frau. Botox und Silkon sollten richten, was sie aus eigenen Kräften nicht vermochte. Doch die Eingriffe gingen vermutlich schief, jedenfalls verschafften sie ihr nur eher unrühmliche Plätze in den "Gruselkabinett"-Galerien so mancher Illustrierten. Öffentlich geäußert hat sich Presley dazu allerdings nie. Und an ihrem heutigen Ehrentag steht sie für ihre Familie ohnehin im Mittelpunkt, Falten hin, prall gefüllte Wangen her.

— ANZEIGE —