Priest 3D: Schluss mit den Kuschel-Vampiren

4 von 5 Punkten

Seit dem Kinoerfolg der ‚Twilight’-Saga hat sich das Image der Vampire ganz schön gewandelt. Fast vergessen sind die hässlichen Blutsauger, die George Clooney und Quentin Tarantino in ‚From Dusk Till Dawn’ die Hölle heiß gemacht haben – um nur ein Beispiel zu nennen. Jetzt erleben die blutrünstigen Vampire in Scott Stewarts ‚Priest’ ein düsteres Revival.

Die Geschichte setzt in einer apokalyptischen Welt an: Seit Anbeginn der Zeiten herrscht ein erbitterter Krieg zwischen Menschheit und Vampiren, den die Menschen für gewonnen erklärt haben, nachdem sie die monströsen, augenlosen und schleimigen Vampir-Viecher in ein Reservat gesperrt haben. Zum zusätzlichen Schutz der Menschen hat die Kirche eine ummauerte Stadt gebaut, in der sie nach strengen christlichen Werten leben. Außerhalb der Mauern leben Aussätzige, die ein Leben wie im Wilden Westen führen – Cowboyhüte und futuristische Hightech-Knarren inklusive.

Noch bevor die Geschichte angefangen hat, wird der Zuschauer in diese unwirkliche Science-Fiction-Welt gezogen, die aber durch eine knappe Erzählweise und eine intelligent eingesetzte Zeichentrick-Sequenz gut verdaubar ist.

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Cam Gigandet und Paul Bettany auf Vampir-Jagd

Im Kampf gegen die Vampire hat die Kirche eine Horde Elite-Priester rekrutiert, die nach den großen Schlachten zu gesellschaftlichen Außenseitern geworden sind. Einer von ihnen (super besetzt mit Paul Bettany, ‚Sakrileg’, ‚A Beautiful Mind’), verliert bei einem Vampir-Angriff seinen Bruder und seine Nichte wird von den Bestien entführt. Da die Kirche nicht glauben will, dass immer noch eine Gefahr von den Vampiren ausgeht, wendet sich der gottesfürchtige Priester von der Kirche ab und begibt sich mit Sheriff Hicks (Cam Gigandet, der in ‚Twilight’ selbst einen bösen Blutsauger gespielt hat) auf Vampir-Jagd. Schnell begreifen sie, dass ein fürchterlicher Angriff auf die Menschheit bevorsteht...

Der gesamte Film besticht durch eine düstere Atmosphäre und blutige Kampfszenen. Als Action-Duo machen Paul Bettany und Cam Gigandet (‚The Roommate’, ‚Burlesque’) eine gute Figur. Inhaltsvolle Dialoge finden nicht statt, stattdessen lassen die Darsteller mit zusammengekniffenen Augen meist nur Halbsätze von sich. Dennoch hat die Story mehr zu bieten als ein einziges Vampir-Massaker. Die ein oder andere Wendung rundet die schlüssige Sci-Fi Geschichte ab.

Die Kampfszenen sind teilweise etwas überzogen, da die Priester mit ihren Kampfsternen und Dolchen Attacken drauf haben, die selbst die Jedi-Krieger aus ‚Star Wars’ alt aussehen lassen. Aber da die ganze Handlung in einer fiktiven Welt spielt, kann man über die ‚Superkräfte’ der Gotteskrieger leicht hinwegsehen. Die 3D-Animationen sind gelungen und machen vor allem bei Kampfszenen Spaß, was nicht zuletzt daran liegt, dass Scott Stewart neben seiner Arbeit im Regie-Stuhl visuelle Effekte für Filme wie ‚Sin City’ und ‚Jurassic Park’ gemacht hat.

Echte Vampirfans, die Robert Pattinson mit seinen weichen Vampir-Schmuse-Zügen leid sind, kommen voll auf ihre Kosten. Wer die ‚Twilight’-Filme für ‚Blade’ und ‚Underworld’ im DVD-Schrank stehen lässt, sollte sich ‚Priest’ nicht entgehen lassen.

Von Sebastian Schmidt

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