"Poltergeist": Darum ist die Horror-Reihe Kult

"Poltergeist": Darum ist die Horror-Reihe Kult
Der Familie Freeling aus "Poltergeist" steht der Schrecken ins Gesicht geschrieben © ddp images

Ein Grundstück auf einem alten Indianerfriedhof hat Vor- und Nachteile. Der Anschaffungspreis einer derartigen Immobilie ist beispielsweise unschlagbar billig. Dafür müssen sich Hausbesitzer aber auf geisterhafte Erscheinungen, lebendige Bäume und Kinder verschluckende Wandschränke gefasst machen - bei aktuellen Mietpreisen eine schwere Entscheidung.

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Remake nach 33 Jahren

1982 entdeckte der US-amerikanische Sprachgebrauch auf ausgesprochen gruselige Weise die deutsche Vokabel "Poltergeist". Der Horror-Streifen unter der Regie von Tobe Hooper, an dessen Drehbuch unter anderem Steven Spielberg arbeitete, sorgte bei den Nackenhaaren der Zuschauer reihenweise für stehende Ovationen.


Wie der im selben Jahr veröffentlichte Horror-Klassiker "Das Ding" von John Carpenter überzeugte auch "Poltergeist" mit damals noch nie gesehenen Tricktechniken. 2015, fast auf den Tag 33 Jahre nach der Veröffentlichung des Originals, kommt das Remake des Streifens in die Kinos. Wieso die Vorlage absoluten Kultstatus genießt und auch heute noch Unbehagen auslöst, lesen Sie hier.


Bahnbrechende Effekte

Wie eingangs schon erwähnt, setzte "Poltergeist" neue Maßstäbe mit seinen visuellen Effekten. Folgerichtig erhielt der Film auch den BAFTA-Award für Spezialeffekte und wurde in derselben Kategorie auch bei den Oscars nominiert. Dort musste er sich aber "E.T." geschlagen geben, bei dem ebenfalls Spielberg seine Finger im Spiel hatte. Einige Requisiten von "Poltergeist" sorgten dagegen für Aufsehen, weil es sich dabei um keine Attrappen, sondern um echte Skelette handelte. Ein schlechtes Omen?


Der "Poltergeist"-Fluch

In der Tat haben sich rund um die Produktion von "Poltergeist" seltsame Dinge abgespielt - beinahe so, als habe es der übernatürliche Störenfried aus dem Film und in die Realität geschafft. Besonders verstörend war dabei, dass beide Schauspielerinnen, die im Film die Töchter der heimgesuchten Familie mimten, auf tragische Weise ums Leben kamen. Heather O'Rourke wurde nur zwölf Jahre alt, als sie kurz nach den Dreharbeiten zu "Poltergeist 3" an den Komplikationen einer Notoperation verstarb.


Dominique Dunne, die in "Poltergeist" die älteste Tochter darstellte, wurde dagegen nur kurz nach den Dreharbeiten des ersten Teils von ihrem Ex-Freund ermordet. Auch kurz nach "Poltergeist 2" starben zwei Darsteller, die an dem Film mitgewirkt haben. Darunter der Indianer Will Sampson, der mit seiner Rolle in "Einer flog über das Kuckucksnest" 1975 bekannt wurde. Abergläubische Crew-Mitglieder sahen in der Verwendung der menschlichen Skelette am Set den Grund für die auffällig hohe Sterberate der Mitwirkenden.


Vorreiter in allen Belangen

Jeden der modernen Vertreter des zuletzt so arg inflationär ins Kino gejagten "Haunted House"-Genres hat "Poltergeist" auf die ein oder andere Weise beeinflusst. Ob gespenstische Clowns-Puppe oder sonstiges Kinderspielzeug, das zum Leben erwacht: Die Schocker von "Poltergeist" können sich auch heute noch sehen lassen. Anders als moderne Filme à la "Paranormal Activity" ließ sich der Film aber nicht lumpen, neben subtilem Horror auch mit grafischen Ekel-Einlagen zu brillieren - etwa bei der Szene, in der sich ein Charakter vor dem Badezimmerspiegel regelrecht das Gesicht vom Kopf schält.


Aber auch negativen Aspekten der Filmindustrie half die "Poltergeist"-Reihe auf die Sprünge. Während der zweite Teil noch halbwegs überzeugen konnte, entpuppte sich "Poltergeist 3 - Die dunkle Seite des Bösen" als Flopp. Die Kinogänger waren damals einfach nicht willens, alle zwei Jahre in einen Ableger der Reihe zu gehen. Heutzutage scheint das leider anders zu sein, "Paranormal Activity", "Insidous 3" oder auch die "Saw"-Filme reizen das Genre zuweilen schamlos aus. Dementsprechend schwer dürfte es für das Remake sein, auf dem gut bestellten Horror-Acker der letzten Jahre neue Akzente zu setzen.

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