Politiker und Promis nehmen Abschied von Helmut Schmidt

Politiker und Promis nehmen Abschied von Helmut Schmidt
Deutschland trauert um Helmut Schmidt © ddp images

Der Tod von Altkanzler Helmut Schmidt (1918-2015, SPD), schlägt in Deutschland Wellen wie kaum ein anderer Todesfall. Als einer der ersten meldete sich mit EU-Parlamentspräsident Martin Schulz ein Parteigenosse auf Twitter zu Wort: "Tief betroffen ü Tod Helmut Schmidts", schrieb Schulz. "Er war ein herausragender Kanzler, sein Tod markiert eine Zäsur für Deutschland u Europa." Zahlreiche weitere SPD-Politiker äußerten sich auf ähnliche Weise: "Ich verneige mich vor der Lebensleistung von #HelmutSchmidt. Er war überzeugter Sozialdemokrat und großer Europäer. Er wird uns fehlen", twitterte der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann. "Was für ein Leben", schrieb Justizminister Heiko Maas (SPD). "Verneige mich im Dankbarkeit & Respekt. Adieu, #HelmutSchmidt".

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Trauer um den Altkanzler

"Ein wirklich großer Patriot, ein großer Europäer und ein großer Sozialdemokrat ist gestorben", würdigte SPD-Chef Sigmar Gabriel den Altkanzler. "Wir Deutschen haben eine Vaterfigur verloren. Helmut Schmidt hat uns und unser Land tief geprägt. Generationen - auch ich - haben seine Klugheit und Autorität gesucht und geschätzt - bis an sein Lebensende in einem gesegneten Alter", erklärte Außenminister Frank-Wakter Steinmeier. "Wir trauern um einen deutschen Demokraten, einen europäischen Wegbereiter und einen globalen Geist. Helmut Schmidt war ein großer Staatsmann, bis zur letzten Zigarette."

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz betont in seinem Nachruf die Bedeutung Schmidts für die Hansestadt: "Die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt trauern um einen Mann, dem sie vertraut haben. [...] Helmut Schmidts mutiger Einsatz bei der Flutkatastrophe im Jahre 1962 ist bis heute tief in der kollektiven Erinnerung der Stadtgesellschaft verankert", schreibt er. "Helmut Schmidt wird uns sehr fehlen."

 

Würdigung über die Parteigrenzen hinweg

 

Doch natürlich wird der große Staatsmann nicht nur in der SPD, sondern über alle Parteigrenzen hinweg gewürdigt. "Im Namen der CDU Deutschlands spreche ich den Angehörigen von Helmut Schmidt mein tiefes Mitgefühl aus", teilte CDU-Generalsekretär Peter Tauber mit. "Der Verstorbene gehörte zu den herausragenden und prägenden Persönlichkeiten der Bundesrepublik Deutschland." Auch der Unions-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder zog seinen Hut: "Der Tod von Helmut Schmidt erfüllt uns mit Trauer. Wir verneigen uns vor einem großen Staatsmann. [...] Helmut Schmidt hat sich um Deutschland verdient gemacht."

"Deutschland hat einen Großen verloren. Als Bürgermeister von Hamburg, als Finanzminister und als Bundeskanzler: Helmut Schmidt wusste, worauf es ankam. Er hat Politik kraftvoll gestaltet - gerade in Krisenzeiten", erklärte Finanzminister Wolfgang Schäuble. "Helmut Schmidt gehörte 65 Jahre lang zum Inventar der Republik. Ein gediegenes Stück Deutschland, nicht immer bequem, aber unübersehbar! RIP", twitterte Kanzleramtschef Peter Altmaier.

Hans-Dietrich Genscher (FDP), Vizekanzler und Außenminister unter Schmidt, sagte: "Wir wissen, Deutschland ist ärmer geworden, und wir empfinden, er wird uns fehlen." Der Tod des Altkanzlers sei "der Abschied von einem Weggefährten in schwerer Zeit." Bundespräsident Joachim Gauck kondolierte Schmidts Tochter Susanne Kennedy-Schmidt und würdigte den Altkanzler als "einen der bedeutendsten deutschen Politiker der Nachkriegszeit. [...] Mit den Tugenden, die ihn auszeichneten - Unabhängigkeit des Geistes, Mut und Pflichtbewusstsein - wird er auch künftigen Politikergenerationen ein bleibendes Vorbild sein", erklärte der Präsident.

 

Frühere Gegner ziehen den Hut

 

Die Grünen-Vorsitzenden Simone Peter und Cem Özdemir erklärten: "Auch wenn die Grünen gerade in der Gründungsphase in wichtigen Fragen oft auf der anderen Seite der Debatte standen, werden wir Helmut Schmidt, seinen Scharfsinn und seine Freude an der politischen Auseinandersetzung vermissen." Auch die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter erinnerten durchaus respektvoll an frühere Auseinandersetzungen: "Die Gründung der Grünen war auch eine Reaktion auf die Politik der SPD unter Helmut Schmidt, sei es die Nato-Nachrüstung, sei es die Atompolitik", heißt es in ihrem Statement. "An Helmut Schmidt konnte man sich reiben, weil er klare und eindeutige Positionen vertreten hat. Mit ihm verliert das Land eine Persönlichkeit, die Deutschland geprägt hat. Unser Mitgefühl gilt seinen Freunden und Angehörigen."

"Mit Helmut Schmidt verliert Deutschland einen Staatsmann, der die Politik der Bundesrepublik und die Sozialdemokratie in seinem langen Leben bedeutsam mitgeprägt hat", teilten die Linken-Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch mit. "Nicht mit allen Entscheidungen waren wir einverstanden. Doch wir haben an Helmut Schmidt über Parteigrenzen hinweg geschätzt, dass er von ihm als richtig erkannte politische Projekte auch gegen innerparteiliche und gesellschaftliche Widerstände immer mit beeindruckendem persönlichen Einsatz und großer Beharrlichkeit vorangetrieben hat", würdigten sie den Politiker.

"Helmut Schmidt hat mit seiner Weisheit und Souveränität - und weil er nicht im geringsten Umfang fremde Interessen vertrat - gerade in hohem Alter mit großer Autorität Einfluss auf den Zeitgeist genommen", schrieb der Vorgänger von Wagenknecht und Bartsch, Gregor Gysi, auf Facebook. "Seine Frau Loki war einfach nur toll. Obwohl ich selbst seit 2004 Nichtraucher bin, mochte ich die Bilder, wenn sie gegeneinander Schach spielten und sich dabei völlig die Köpfe zuqualmten."

Auch jenseits der Politikwelt wird des Altkanzlers gedacht. "Wir trauern um #HelmutSchmidt. Leider hatte er Recht, als er im April bei uns prophezeite: ,Mein letzter Auftritt'", twitterte Talkmasterin Sandra Maischberger. "Wir sind also doch alle irgendwann mal fällig. Sehr verehrter #HelmutSchmidt, Ruhen Sie in Frieden!", schrieb Komiker Simon Gosejohann. "So long #HelmutSchmidt - Du warst unglaublich gut - ein #Idol", twitterte Dschungelcamper Walter Freiwald. "Wenn ein ganz Großer geht.... Ruhe in Frieden", postete Comedienne Enissa Amani auf Facebook. "Lieber Helmut Schmidt, rauch eine im Himmel für uns mit! Danke für alles!", twitterte Ex-Fußballer Hans Sarpei. "Ich rauch jetz eine für Helmut Schmidt!!! #RIP", verkündete Rapper Sido auf Twitter.

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