Peter Kraus: "Auf der Bühne tot umzufallen, ist für mich Filmkitsch"

Peter Kraus: "Auf der Bühne tot umzufallen, ist für mich Filmkitsch"
Peter Kraus hebt ab zu seiner letzten Tour. Das Foto hat übrigens sein Sohn Mike geschossen © Mike Kraus

Seit Mittwoch ist Peter Kraus (77) auf seiner allerletzten Tour "Zugabe! Das Beste kommt zum Schluss" unterwegs. Parallel dazu veröffentlicht er auch sein neues Album "Jede Menge Leben - Jede Menge Hits", das nur auf Vinyl erhältlich sein wird. Im Interview mit spot on news verrät Kraus, warum er künftig den Bauernhof der Bühne vorzieht und welcher Kollege nach seinem Tod Mal an ihn erinnern soll.

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Letzte Tour mit 77 gestartet

Zu Ihrem Tour-Auftakt erscheint auch Ihr neues Album "Jede Menge Leben - jede Menge Hits". Dieses gibt es nur auf Vinyl. Warum?

Peter Kraus: Das war ein Traum von mir. Denn das gehört irgendwie zur Rock'n'Roll-Musik und zu meiner Zeit.


Auf dem Album ist auch der Song "Jede Menge Leben" drauf, den Sie für Ihren alten Freund Udo Jürgens geschrieben haben. Wie sehr vermissen Sie ihn?

Kraus: Wir haben unsere Jugendzeit zusammen verbracht und uns dann auseinandergelebt. Aber wir haben uns immer sehr gut verstanden, wenn wir uns mal über den Weg gelaufen sind. Ich habe ihn immer bewundert, weil er, genauso wie ich, seinen Stiefel konsequent durchgezogen hat. Er hat seine Geschichte gemacht. Nur was ich nicht teilen konnte, war, dass er auch nach seinem 80. Geburtstag noch so viel gemacht hat. Das hat mich eben auch dazu bewegt, zurückzustecken.


Sie singen in dem Lied "schöner sterben auf der Bühne, ist das wirklich was ich will, oder hab ich auf den letzten Metern vielleicht doch noch ein anderes Ziel?" Sie wollen also nicht auf der Bühne umfallen?

Kraus: Im Gegenteil. Das ist eine schlechte Filmstory. Ich finde das nicht erstrebenswert. Das klingt unheimlich gut, aber es ist nicht gut. Da sitze ich lieber irgendwo auf dem Bauernhof oder am See. Von mir aus kann die Presse dann auch sagen: "Ach den Kraus, den haben wir völlig vergessen." Auf der Bühne tot umzufallen, ist für mich Filmkitsch. Das brauche ich nicht.


Viele Ihrer Kollegen haben sich für den Beruf aufgearbeitet.

Kraus: Ich habe immer schon Kollegen verurteilt, die versucht haben, ihren Erfolg ewig hinauszuzögern. Ein krasses Beispiel, wenn ich das sagen darf, war Rex Gildo. Mit dem war ich auch gut befreundet. Der ist meiner Meinung daran zu Grunde gegangen, dass er ewig der gutaussehende Rex Gildo bleiben wollte. Das geht nicht. Das ist falsche Eitelkeit. Andere vernaschen mit 80 noch junge Mädels bis sie nicht mehr können. Das ist nicht das Leben für mich.


Wenn Sie sich einen Künstler aussuchen könnten, der für Sie posthum ein Lied singt, welche Wahl würden Sie treffen?

Kraus: Ich habe da einen schon fast freundschaftlichen Kollegen, das ist der Andreas Gabalier. Der hat in Österreich schon eine Laudatio auf mich gehalten, als ich 2014 das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst erhalten habe. Das hat er sowas von gut gemacht. Er ist einfach ein super Typ, der mit seinem Volks-Rock'n'Roll was ganz neues geschaffen hat. Trotzdem verehrt er auch andere Musiker und hält sich nicht für den Allergrößten. Vielleicht singt er ja mal ein Lied für mich?



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