Peter Coyote spricht über Zen, den Ursprung seines Namens und sein Hippietum

Peter Coyote
Ein eigenwilliger Typ: Peter Coyote. Foto: Alberto Martin © deutsche presse agentur
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Von Hollywood hat sich Peter Coyote längst verabschiedet. Dem Schauspieler, der mit Star-Regisseuren wie Steven Spielberg und Roman Polanski drehte, sind Bücher und Zen-Meditation wichtiger.

Seinen Namen verdankt er einem Rauscherlebnis, erzählt Coyote kurz vor seinem 75. Geburtstag am 10. Oktober im dpa-Interview.

Frage: In Europa kennt man Sie vor allem als Schauspieler, aber Sie machen viele andere Sachen. Was ist Ihnen am wichtigsten?

Antwort: Ich habe mich immer als Autor gesehen, der sein Geld als Schauspieler verdient. Ich habe zwei Bücher geschrieben. "Sleeping Where I Fall" handelt von der radikalen 60er-Jahre-Bewegung in Kalifornien, "Rainman" dreht sich um Lehrer und Mentoren. Schreiben ist neben meinem Zen-Training die wichtigste Tätigkeit in meinem Leben. Als Buddhist habe ich im vergangenen Januar eine weitere Stufe erreicht. Mein Lehrer hat mich für unabhängig erklärt, damit bin ich nicht länger sein Schüler und Anhänger, sondern kann nun selber Priester weihen.

Frage: Wie sehen Sie heute Ihr Engagement in der Hippie-Bewegung und als Mitbegründer der radikalen Aktivisten-Gruppe The Diggers?

Antwort: Rückblickend muss ich sagen, dass wir die meisten unserer "politischen" Ziele verfehlt haben. Wir konnten Kriege, Hunger, Rassismus, Imperialismus, Kapitalismus usw. nicht beenden. Aber auf der gesellschaftlichen Ebene haben wir alles erreicht. Überall in den USA gibt es heute Bio-Lebensmittel und eine Slow-Food-Bewegung. Überall findet man Frauengruppen, Umweltinitiativen, alternative Heilmethoden und spirituelle Bewegungen.

Frage: Wie kam Robert Peter Cohon zu dem Namen Peter Coyote?

Antwort: Bei einem Rauscherlebnis mit Peyote, als ich Anfang 20 war, hatte ich eine mystische Erfahrung. Es fühlte sich so an, als ob ich mich "in eine Art kleinen Wolf" verwandelt hätte, der in der Nacht durch Maisfelder in Iowa trottete. Am nächsten Morgen sah ich viele kleine Abdrücke im Boden, aber ich war so high, dass ich nicht sagen konnte, ob es meine oder die eines Tieres waren [...] Später erzählte ich die Geschichte einem Paiute-Schamanen namens Rolling Thunder, der mich dazu brachte, über die Bedeutung des Erlebnisses nachzudenken [...] Nach einigen Monaten nahm ich den Namen an, um diese Dinge besser zu verstehen. Das erwies sich als großer Segen. Mit 75 Jahren bin ich nun schon viel länger Coyote als Cohon.

ZUR PERSON: Peter Coyote wurde 1941 in New York geboren. Er ist als Schauspieler, Autor und Zen-Priester bekannt. Auf der Leinwand war er in Filmen wie "E.T. - Der Außerirdische", "Bitter Moon" und "Erin Brockovich" zu sehen. Er lebt im nordkalifornischen Sebastopol, nördlich von San Francisco.


Quelle: DPA
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