Patricia Arquette wird bei der Oscar-Verleihung 2015 für ihre Rede bejubelt

Oscar-Preisträgerin Patricia Arquette forderte in ihrer Dankesrede mehr Frauenrechte
Mit ihrer Forderung nach mehr Frauenrechten traf Patricia Arquette im Publikum auf viel Zustimmung © REUTERS, MIKE BLAKE

Patricia Arquette: Beifall von Meryl Streep und Jennifer Lopez

Es ist das Ereignis des Jahres: Die Verleihung der Oscars war auch in diesem Jahr ein Treffen der großen Stars in Hollywood. Erstmals führte Schauspieler Neil Patrick Harris durch die Show und eröffnete mit einem fulminanten Auftakt die 87. Oscar-Verleihung. Mit einigen Gags und kleinen Showeinlagen konnte der Schauspieler die gute Stimmung zwar halten, blieb jedoch weit hinter den Erwartungen und der Leistung der Vorjahres-Moderatorin Ellen DeGeneres zurück.

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Während der Moderator die Bühne eher zu meiden schien, nutzten andere die Chance, um einiges loszuwerden. Allen voran Patricia Arquette, die für ihre Rolle in 'Boyhood' den Oscar als beste Nebendarstellerin gewann. Die Schauspielerin redete sich regelrecht in Rage und forderte gleiche Rechte und Löhne für Frauen, die Kinder zur Welt gebracht haben. „An jede Frau, die einen Steuerzahler und Bürger dieser Nation zur Welt gebracht hat: (...) Es ist Zeit, dass wir endlich gleiche Löhne und gleiche Rechte für die Frauen in den USA bekommen.“ Im Publikum ereiferten sich die weiblichen Stars und jubelten der zweifachen Mutter nach diesen Worten zu. Meryl Streep (vierfache Mutter) und Jennifer Lopez (Mutter von Zwillingen) konnten sich kaum noch auf ihren Sitzen halten.

Für richtige Gänsehaut-Momente sorgten die musikalischen Darbietungen von Lady Gaga und John Legend. Die sonst so schrille Sängerin präsentierte den Titelsong aus dem 50 Jahre alten Film ‚The Sound of Music‘, mit dem die große Julie Andrews 1965 ihren großen Durchbruch in Hollywood schaffte. Die stehenden Ovationen des Publikums rührten Lady Gaga zu Tränen. Und als dann noch Julie Andrews persönlich auf der Bühne erschien, war es um die Frischverlobte geschehen. Liebevoll umarmte sie den 79-jährigen Hollywood-Star und vergrub ihr Gesicht an der Schulter des ‚Mary Poppins‘-Stars. Das Publikum zückte ebenfalls die Taschentücher.

Die wurden schon beim Auftritt von John Legend und Rapper Common gebraucht. Die Performance von ‚Glory‘, dem nominierten Song aus dem Film ‚Selma‘, war definitiv eins der Highlights des Abends. Völlig ergriffen stand das Publikum zum Ende des Songs auf und applaudierte stürmisch - allen voran Oprah Winfrey, die selbst in dem Bürgerrechtsdrama mitspielt. Der Song erhielt auch den Oscar in der Kategorie ‚Bester Filmsong‘, was die beiden Sänger zu einer flammenden Dankesrede bewegte und dazu aufrief, sich gegen den Rassismus zu engagieren. Die vielen Stars im Zuschauerraum konnten ihre Emotionen kaum noch bändigen. Erneut standen alle auf und jubelten.

Patricia Arquette: Beifall von Meryl Streep und Jennifer Lopez
Meryl Streep ist von Patricia Arquettes Rede total begeistert

Ebenfalls bejubelt wurde Eddie Redmayne für seine Darbietung als Stephen Hawkings in ‚Die Entdeckung der Unendlichkeit‘. Er wurde als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Schauspielkollegin Juliane Moore erhielt den Oscar als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle einer an Alzheimer erkrankten Frau in ‚Still Alice‘. Als bester Film wurde die schwarze Komödie ‚Birdman‘ von der Academy mit einem Oscar geehrt, genauso wie der Regisseur Alejandro G.Inarritu.

Sehr emotional wurde es bei der Dankesrede des jungen Autors Graham Moore. Der Drehbuch-Autor von ‚The Imitation Game‘, der mit dem Oscar prämiert wurde, sprach auf der Bühne ein sehr ernstes Thema an: „Ich habe mit 16 Jahren versucht mit umzubringen“, gestand er und für einen kurzen Moment wurde es still im Saal. Damals habe er sich nicht richtig auf dieser Welt zugehörig gefühlt. Moore rief auf, allen, denen es genauso geht - die sich komisch oder anders vorkommen - es auch sein sollen: "Bleibt schräg, bleibt anders!". So viel Mut würde mit einem tosenden Applaus des Publikums belohnt.

Insgesamt war die Show eher langatmig und ohne große Highlights. An die zugegebenerweise hoch gelegte Latte von Ellen DeGeneres konnte Neil Patrick Harris nicht heranreichen. Trotzdem waren die Oscars auch in 2015 eine unterhaltsame Shows mit Lachern, Tränen und jeder Menge Gänsehaut-Momente.

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