'Paranormal Activity 3': Horrorschocker auf Rekordkurs

'Paranormal Activity 3' knüpft an die Erfolge der ersten beiden Teile an.
Der Horrorfilm 'Paranormal Activity 3' knüpft an die Erfolge der ersten beiden Teile an.

3 von 5 Sternen

Einen Film mit einem Budget von 15.000 US-Dollar zu drehen und mehr als das Zehntausendfache einzuspielen – das ist ein ganz schönes Kunststück. Der US-amerikanisch-israelische Filmemacher Oren Peli hat dies 2009 mit ‚Paranormal Activity‘, einem Gruselfilm im Homevideo-Look, geschafft. Dass der Überraschungserfolg kein Ausrutscher war, bewies ein Jahr später der zweite Teil. Nun ließ der dritte Streifen der Reihe in den USA die Kassen noch kräftiger klingeln als seine Vorgänger.

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‚Paranormal Activity 3‘ setzt die Handlung der Vorgänger nicht fort. Stattdessen führen im Keller gefundene VHS-Kassetten in die Vergangenheit – und zwar in die Achtziger, in die Kindheit der bereits aus den ersten beiden Teilen bekannten Schwestern Katie (Chloe Csengery) und Kristi (Jessica Tyler Brown). 1988 leben die beiden Kids gemeinsam mit ihrer Mutter Julie (Lauren Bittner, ‚Bride Wars‘) und deren neuem Partner Dennis (Christopher Nicholas Smith, ‚The Office‘, ‚30 Rock‘) in einem lauschigen Vorort Kaliforniens. Dennis verdient sein Geld mit Hochzeitsvideos. Auch privat bleibt der Camcorder selten ausgeschaltet.

Wie sich herausstellt, ging auch in der Vergangenheit nicht alles mit rechten Dingen zu – ein unerklärlicher Schatten hier, ein Knarren dort. Und dann ist da noch ‚Toby‘, der unsichtbare Freund der kleinen Kristi. Flugs wird das Haus mit Kameras bestückt, um den Dingen auf den Grund zu gehen – und das Gruselkabinett ist eröffnet.

‚Paranormal Activity 3‘, das wird schnell klar, hegt keine großen Ambitionen. Figuren bleiben skizzenhaft, Hintergründe werden nur angedeutet. Ganz wie auch bei den vorhergehenden Teilen geht es vor allem um eines: dem Zuschauer einen gehörigen Schrecken einzujagen.

Die Mittel, derer sich die beiden Regisseure Henry Joost und Ariel Schulman bedienen, sind denkbar einfach. Lange Zeit passiert – nichts. Der Film schaltet von einer Überwachungskameraperspektive zur nächsten, spult auch schon einmal vor, während der Zuschauer auf das nächste Auftauchen des Poltergeists wartet. Neu im Angebot ist eine rotierende ‚Ventilator-Kamera‘, die Wohnzimmer und Küche im Wechsel erfasst und einige gelungene Schockmomente liefert. ‚Paranormal Activity 3‘ kommt hier weitestgehend ohne das genretypische Blutgemetzel aus.

Die unbekannten Darsteller werden nicht wirklich gefordert und gehen in den unscharfen Video-Bildern ein wenig unter. Doch schauspielerische Höchstleistungen sind hier eh nicht gefragt. Es ist vielmehr die Plötzlichkeit der Ereignisse, die den Nervenkitzel ausmacht.

Genau wie seine Vorgänger bietet ‚Paranormal Activity 3‘ gut gemachten Geisterbahn-Horror, der vor allem als Gemeinschaftserlebnis in der Dunkelheit des Kinos seinen Reiz entfaltet. Mehr ist allerdings nicht zu erwarten, denn die recht dünne Story wirft eher Fragen auf als sie zu beantworten. Aber vielleicht erledigt das demnächst ‚Paranormal Activity 4‘.

Bildquelle: Paramount Pictures

Von Claudia Mayer

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