Otto Sander: Der Berliner mit der besonderen Stimme

Otto Sander
Otto Sanders Karriere © picture alliance / Geisler-Fotop, Geisler-Fotopress

Der Werdegang von Otto Sander

Otto Sander machte nach seiner Ausbildung an der Falckenberg-Schule sehr schnell Karriere am Theater. Er hatte Engagements in Düsseldorf und Heidelberg, bis er 1968 an die Freie Volksbühne Berlin geholt wurde.

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Von da an sah man ihn hauptsächlich auf den verschiedensten Bühnen Berlins, von 1970 bis 1979 gehörte er zum festen Ensemble der ‘Berliner Schaubühne’. In späteren Jahren feierte er aber auch in Salzburg und Bochum große Erfolge. Bei den Salzburger Festspielen spielte er 2000 und 2001 im ‘Jedermann’ den Tod, im Bochumer Schauspielhaus begeisterte er 2004 als ‘Hauptmann von Köpenick’.

Einem breiten Publikum wurde er 1981 als melancholischer Kapitänleutnant Philipp Thomsen in ‘Das Boot’ bekannt. Für ihn – den Sohn eines Marine-Offiziers, der selbst bei der Marine gewesen war – war es fast eine Traumrolle, als er den gegen den Frust und gegen das Grauen antrinkenden Leutnant spielen durfte. Er wirkte so überzeugend, dass dieser Film für ihn den ganz großen Durchbruch bedeutete.

Er begeisterte aber auch in dem mit einem Oscar ausgezeichneten Film ‘Die Blechtrommel’ von Volker Schlöndorff und in ‘Der Himmel über Berlin’ von Wim Wenders. Insgesamt wirkte er in 130 Film- und TV-Produktionen mit.

Seine sonore Stimme galt unter Filmfreunden als etwas ganz Besonderes und verlieh ihm sogar den Beinamen ‘The Voice’. Er sprach eine Reihe von TV-Dokumentationen und Hörspielen ein. Außerdem war er der Synchronsprecher von Dustin Hoffman. In mehreren Spielfilmen übernahm er die Rolle des Sprechers oder Erzählers, unter anderem im Film ‘Parfum – Die Geschichte eines Mörders’. Im Fernsehen spielte er in mehreren Kriminalserien mit, zum Beispiel hatte er Rollen in ‘Soko Wien’, ‘Polizeiruf 110’ und ‘Wolffs Revier’.

Otto Sander erhielt mehrere Theater- und Filmpreise, darunter 2008 die ‘Berliner Kamera’ für sein Lebenswerk.

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