'Otto's Eleven': "We like to surprise you!" Wohl eher nicht!

'Otto's Eleven': Neuer Kinoklamauk à la Otto Waalkes

'Otto's Eleven': "We like to surprise you!" Wohl eher nicht!

In seinem neusten Kinoklamauk ‚Otto’s Eleven‘ verspricht Otto Waalkes nicht nur einmal ‚We like to surprise you‘. Zwar können so manche Wortspiele und Blödeleien dem Zuschauer ein paar Lacher entlocken, wirklich Neues bietet der ostfriesische Quatschmacher uns damit allerdings nicht. Dazu wird in diesem Casino-Abenteuer nicht risikoreich genug gespielt, kein Raise, kein Bluff und keine Überraschung, stattdessen finden wir uns wieder in einer Familien-Komödie nach Ottos (und Regisseur Sven Unterwaldts) altbewährtem Rezept.

Hier ein beklopptes Liedchen auf der Ukulele, dort der Hops-Gang gepaart mit ein paar flapsigen One-Linern, und auch die übrigen Darsteller wie Rick Kavanian (‚Bully Parade‘), und Max Giermann dürfen nicht mehr hergeben als ihr Standardrepertoire. Als Kabeljau-Koch Pit serviert Kanavian zu seinem Fisch auch gleich noch seine Palette Akzentimitationen, und Giermann wird fast nur auf seine Stefan-Raab-Parodie beschränkt. Damit kann er sich allerdings mal so richtig austoben. Die Älteren mögen sich da manchmal fragen, warum das noch immer zieht, bei dem etwas jüngeren Kinopublikum kann Ottos Truppe sicherlich punkten.

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Wild zusammengewürfeltes Potpourri aus Gags für eine Zielgruppe jeglichen Alters

Auf der öden Insel Spiegeleiland fristen die fünf Jungs Pit, Oskar (Max Giermann), Mike (Mirco Nontschew), Artur (Anrd Schimkat) und Otto ihr langweiliges Dasein und versuchen, ihre Brötchen mit Tourismus zu verdienen. Aber weder das Fitnessprogramm von Mike, der die ganze Zeit mit Schweißband, Leggings und ‚Muscle Toff‘ Shirt herumrennt, noch der Kabeljau von Pit oder gar die Watt-Bilder von Otto lassen sich vernünftig an den Mann bringen. Deswegen beschließen die fünf Freunde, mit einem Internetvideo ein bisschen Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Das gelingt ihnen allerdings nicht wie geplant. Zwar lockt das Werbevideo den Casinobesitzer Jean Du Merzac (Sky du Mont gibt als ‚dummer Sack‘ mal wieder souverän den Bösewicht) auf den Plan, allerdings will der keinen Urlaub machen, sondern ein Bild stehlen, dass er im Hintergrund des Clips erspäht hat. Tatsächlich vervollständigt Ottos wertvollster Besitz bald die ‚Vier Jahreszeiten‘-Bilderkollektion des Kunstliebhabers. Und weil Otto dem guten (Erb-)Stück bitterlich nachweint, beschließt die Jungs-Clique kurzerhand, die Insel zu verlassen und das Bild zurück zu stehlen.

Dabei machen sie nicht nur genau den Quatsch, den man von diesem Comedy-Cast erwartet, sondern auch noch Bekanntschaft drei mit hübschen Casinomitarbeiterinnen (darunter Germany’s Next Topmodel Sara Nuru) und einem netten, alten Tantchen (Dorothea Walda). Die helfen nicht nur tatkräftig bei dem riskanten Unterfangen mit, sondern sorgen ab und zu auch mal für eine kleine, angenehme Abwechslung von Ottos zuweilen anstrengenden Grimassen. Das können auch Olli Dittrich als rasender Reporter Harry Hirsch und Stephanie Berger als knallharte Sicherheitsexpertin an der Seite du Merzacs ganz gut.

Die Idee des Films ist ja eigentlich auch ganz hübsch und streckenweise sogar für diejenigen, die Ottos Humor nichts abgewinnen können, ganz amüsant. Allerdings kann einem das wild zusammengewürfelte Potpourri aus Gags für eine Zielgruppe jeglichen Alters irgendwann ganz schön auf die Nerven gehen. Trotz der manchmal zu konstruierten Steilvorlagen für flache Witze werden hier aber vor allem Kinder unterhalten, denen das Spektakel sicherlich gefallen dürfte, auch wenn sie noch nie von der Vorlage mit Brad Pitt und George Clooney gehört haben.

Deswegen darf man auch mal darüber hinwegsehen, dass der teilweise unmotivierte Handlungsverlauf (der eben bloß dafür da ist, diesen oder jenen Gag noch unter zu bringen) den Film unnötig in die Länge zieht, und das bei gerade Mal 86 Minuten Spielzeit. Allerdings wird es niemandem weh tun, der Kinder zu Liebe an einem Sonntagnachmittag ein Ticket für diese Albernheiten zu lösen. Alteingesessene Otto Fans wird er Film sicherlich auch befriedigt zurücklassen. Er präsentiert nämlich ohne große Überraschungen und Umschweife einfach das, wofür sie Otto schon seit Jahren lieben.

Von Mihaela Gladovic

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