Hollywood Blog by Jessica Mazur

Oscars 2015: Koksende Oscar-Statue sorgt für Wirbel

Koksende Oscar-Statue sorgt für Wirbel
„The Coke-Snorting Oscar“ ist ein Projekt des Künstlers Plastic Jesus

von Jessica Mazur

Eigentlich wollte ich letzte Woche ja nur mal eben schauen, wie die Oscar-Vorbereitungen am Hollywood Boulevard so laufen, mit koksenden Kreaturen hatte ich da eigentlich nicht gerechnet. Aber genau das Bild bot sich mir. Während die vielen Arbeiter ein Stück weiter damit beschäftigt waren, die Zuschauer-Tribünen aufzubauen und jede Menge Kisten mit Kabeln und Steckern durch die Gegend schleppten, kniete an der Ecke ein Oscar auf allen Vieren auf einem Stück „red carpet“ und zog sich mit Hilfe einer Kreditkarte und einem Dollarschein zwei Lines Koks in die goldene Nase.

- Anzeige -

Die Kokain-Statue kniete auf einer kleinen Anhöhe, an der ein goldenes Schild mit den Worten „Hollywood - Best Party“ angebracht war. Dass dieser Oscar nicht im Sinne der Veranstalter war, ist logisch. Als die Stars am Sonntag an gleicher Stelle über den roten Teppich liefen, war der Lines-ziehende Oscar deshalb auch schon wieder lange verschwunden. Doch die US-Medien widmeten dem Werk am vergangenen Wochenende trotzdem jede Menge Aufmerksamkeit.

Wie sich herausstellte ist „The Coke-Snorting Oscar“ ein weiteres Projekt des Street Artist „Plastic Jesus“, der hier in der Stadt auch den Beinamen „Banksy of LA“ trägt. Schon im letzten Jahr überraschte „Plastic Jesus“ die Touristen auf dem Walk of Fame mit einer Oscar-Statue, die eine Heroinspritze im Arm stecken hatte. Damals in Anlehnung an den Tod von Phillip Seymour Hoffman und Hollywoods „hush-hush Heroin Problem“.

In diesem Jahr wollte der Künstler eigenen Angaben zufolge auf den Missbrauch der gesellschaftsfähigeren Drogen aufmerksam machen, die in der Oscar-Nacht mit Sicherheit mal wieder die späten After-Partys angeheizt haben. Für sein Kunstobjekt stellte „Plastic Jesus“ das Koks übrigens aus zerdrückten Aspirinpillen her. Doch gegenüber der Presse gab der anonyme Künstler über seinen Sprecher an: „In LA ist es so einfach, an Kokain zu kommen, eigentlich hätte ich auch Richtiges nehmen können.“ Wer weiß, vielleicht hätte sich dann der eine oder andere Promi dazu gekniet...

Plastic Jesus ist aber nicht der einzige, der in diesem Jahr Kritik an dem von der Gesellschaft akzeptierten Drogenmissbrauch in der Entertainment-Industrie äußerte. In einer der „Oscar Gifting Suiten“ im Beverly Hilton, wo die Stars sich vor der Award-Show die Taschen mit jeder Menge Geschenken vollmachen können, befand sich in diesem Jahr nämlich erstmals ein Stand, an dem die Promis allen Ernstes mit Werbe-Heftchen für eine Entzugsklinik versorgt wurden. Frei nach dem Motto: Viel Spaß beim Feiern, vielleicht sieht man sich danach.

Im Gegensatz zu den kostenlosen Beauty-Produkten und Klamotten, waren die Rehab-Heftchen bei den Stars allerdings nicht ganz so beliebt ... Is' ja komisch ;).

Viele Grüße aus Lalaland sendet...

Oscars 2015: Koksende Oscar-Statue sorgt für Wirbel
Viele Grüße aus Lalaland sendet Jessica Mazur. © Jessica Mazur