Hollywood Blog by Jessica Mazur

Onlinedienst 'TMZ' hat überall Spione

Onlinedienst 'TMZ' hat überall Spione
Onlinedienst 'TMZ' hat überall Spione

von Jessica Mazur

Ich weiß nicht, wie es in Deutschland aussieht, aber hier in Amerika scheint ein Ende der Michael Jackson Berichterstattung noch lange nicht in Sicht. Die TV- und Print-Medien berichten weitläufig über alte und neue Stories rund um den Tod des Popstars, doch in erster Linie sind es die Online-Medien, die fast stündlich neue Details ans Licht bringen. Besonders eine amerikanische Webseite ist da ganz weit vorne mit dabei, geriet in den Tagen seit Jacksons Tod aber auch immer mehr unter Beschuss: die Rede ist von TMZ.

- Anzeige -

TMZ.com (die Abkürzung steht für "Thirty Mile Zone", ein bekannter Begriff aus der Entertainment Industrie, der das mit Promis gefüllte Zentrum Hollywoods beschreibt) ist die Webseite, die am vergangenen Donnerstag vor allen anderen über Jacksons Herzstillstand und seinen anschließenden Tod berichtet, und das mit Abstand! Um 12.21 Uhr ging der mittlerweile ebenfalls von TMZ ins Netz gestellte 911-Notruf ein, knapp 50 Minuten später hatte die Gossip-Seite die Meldung über Jacksons "cardiac arrest" online. Bereits um 14.20 Uhr verkündetet TMZ dann "Michael Jackson ist tot", eine gute halbe Stunde vor CNN und alle anderen Fernsehstationen. Während Jackson im Fernsehen also noch lebte, war er online bereits tot, das Internet hatte das Wettrennen um die größte Meldung des Jahres gewonnen. "Das ist der Triumph der neuen Medien über die alten Medien!" hieß es darauf in ersten Berichterstattungen. Doch langsam aber sicher werden hier in Hollywood die Stimmen der Kritik immer lauter, und es mehren sich die Fragen, wie genau die Macher von TMZ eigentlich an ihre Informationen kommen. Die Antwort der New York Times lautet hierzu: "Die müssen überall ihre Spione sitzen gehabt haben. In Michaels Haus, im Krankenwagen, in den Fluren des UCLA Medical Centers." Klingt unglaublich, ist aber offensichtlich wahr! TMZ-Chef Harvey Levin erklärte hierzu nämlich einen Tag nach Jacksons Tod stolz: "Wir sind total vernetzt in LA!" und fügte hinzu, dass die Rettungssanitäter, die sich um Jackson kümmerten, der Webseite sogar noch früher vom Tod des King of Pop berichteten. So läuft das also mittlerweile hier in Hollywood: ein Star stirbt und die Krankenhausmitarbeiter rufen zuallererst mal TMZ an! Awesome!

Es sind aber nicht nur die Krankenhausmitarbeiter, die anscheinend eine Standleitung zu der Gossip-Redaktion gelegt haben. Das gleiche gilt Berichten zufolge auch für Polizisten, Anwälte, Sekretärinnen und andere Berufsgruppen, die hier in Hollywood immer mal wieder in Kontakt mit Celebrities stehen. Wie sonst ist es zu erklären, dass TMZ als erstes von Mel Gibsons antisemitischen Ausbruch erfuhr, Alec Baldwins und Christian Bales auf Tape aufgezeichnete Wutausbrüche zugespielt bekam, fast in Echtzeit bis ins kleinste Detail über Britney Spears' Aufenthalt in der psychiatrischen Abteilung berichtete, sowie in den Besitz des offiziellen Rihanna-Beweisfotos kam, das die durch Prügel völlig entstellte Sängerin zeigte und eigentlich ausschließlich für Polizeizwecke gedacht war?

Auch heute berief sich die Webseite wieder auf "exklusive Quellen" und berichtete u.a., dass Michael Jacksons Testament aufgetaucht ist und dass die Wahrscheinlichkeit immer größer wird, dass Jackson an einer Überdosis gestorben ist. Wer genau diese "Quellen" sind, ist unklar, aber die Vermutung ist natürlich groß, dass TMZ eine Menge Geld für derartige Informationen ausgibt. Eine Anschuldigung, die Harvey Levin natürlich weit von sich weist, angeblich sind die "Insider" einfach nur "geil darauf", ihre Tipps möglichst schnell an die Öffentlichkeit zu bringen. Jaja, wer's glaubt...!

Ich muss sagen, da bin ich doch froh, hier in Hollywood KEIN Celebrity zu sein. Der Gedanke, ein Krankenhaus, eine Anwaltskanzlei oder ein Polizeipräsidium zu betreten und immer im Hinterkopf zu haben, dass die Hälfte der Manschaft vermutlich eh geschmiert ist und nur darauf wartet, mit meinen vertraulichen Informationen einen Dollar nebenbei zu machen, klingt irgendwie nicht sehr verlockend...!

Viele Grüße aus Lalaland sendet Jessica Mazur.

 

Onlinedienst 'TMZ' hat überall Spione
© Bild: Jessica Mazur