Oliver Masucci: Deutschland muss auf die Demokratie aufpassen 

Oliver Masucci: Deutschland muss auf die Demokratie aufpassen 
Oliver Masucci © Cover Media

Abgründe zu erforschen ist die Leidenschaft von Oliver Masucci (46). Das tut er auch in dem Hitler-Film 'Er ist wieder da'. 

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Heftige Erlebnisse als Hitler

Für die Verfilmung des gleichnamigen Buches verkleidete sich der Schauspieler ('Was ihr wollt') als Adolf Hitler und reiste gemeinsam mit dem Regisseur David Wnendts ('Feuchtgebiete') vier Wochen lang durch Deutschland. In dokumentarischen Szenen des Satirefilms begegnete er in seiner Verkleidung ganz normalen Menschen auf der Straße und suchte das Gespräch mit ihnen. Die Reaktion der Leute erschreckte den Burgtheater-Schauspieler dabei oftmals und es fiel ihm nicht immer leicht, in seiner Hitler-Rolle zu bleiben:

"Es gab sogar Menschen, die Arbeitslager wieder okay fanden. Dabei ruhig zu bleiben und weiterzuspielen... sehr schwer. Aber ich hatte ja eine Aufgabe: zu spielen. Das ist meine Passion, Abgründe zu erforschen und zu beleuchten", berichtete er der 'Bild'-Zeitung über die Dreharbeiten. 

'Er ist wieder da' bringt die Zuschauer oftmals zum Lachen. Da kommt schnell die Frage auf, ob der Film, der am Donnerstag [8. Oktober] in die Kinos kommt, nicht Adolf Hitler verharmlose. Laut Masucci bestehe diese Gefahr aber nicht: "Nein, es ist ja keine Komödie, sondern eine Satire. Schauen Sie, wir wollen Figuren wie ihn als Monster sehen, von uns wegrücken. Aber es sind Menschen. Und das macht es um so schrecklicher. Die können auch nett sein, haben vielleicht jemanden geliebt. Hitler war kein Alien. Sondern ein Mensch mit tiefen Abgründen, der diese Abgründe in anderen hat wecken können. Das geschieht auch im Film. Wir sind Menschen begegnet, die sehr schnell bereit sind, die Demokratie zu verraten. Einfach nur für einen Hansel, der klar sagt, wo es langgeht", erklärte er. 

Tatsächlich bereite der Film angesichts der Reaktion der Menschen eher Sorgen, das empfand auch der Regisseur so: "Am Ende der Arbeiten am dokumentarischen Teil waren die Fragen dann ganz anders. Ich habe mich dann eher gefragt, wie es sein kann, dass so viele Leute so positiv auf Hitler reagieren und ihn so annehmen", sagte David Wnendts auf 'Tagesschau.de'. 

Fazit der Dreharbeiten: Oliver Masucci und David Wnendts fordern, dass Deutschland auf seine Demokratie aufpassen muss.

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