„Obsessed“: Glaubhafte Stalker-Story ohne Klimbim

„Obsessed“: Glaubhafte Stalker-Story ohne Klimbim

Von Sebastian Schmidt

Mit Stalkern und aufdringlichen Fans kennt US-Star Beyonce Knowles sich aus. Erst im Oktober 2008 wurde ein Mann in Connecticut festgenommen, weil er davon überzeugt war, der Lover der Sängerin zu sein und ihr auflauerte. Welche Ausmaße eine solche Besessenheit haben kann und was es für den Betroffenen bedeutet, von einem Unbekannten abgöttisch geliebt und verfolgt zu werden, zeigt Regisseur Steve Shill mit seinem neuen Werk ‚Obsessed’.

Trotz Beyonces Stalker-Erfahrungen ist nicht sie es, die in dem Film einem Stalker zum Opfer fällt, sondern Derek Charles, gespielt von Idris Elba („RocknRolla“, „28 Weeks Later“). Im Fahrstuhl seiner Firma lernt er die hübsche Büro-Aushilfe Lisa (Ali Larter, „Heroes“, „Resident Evil“) kennen. Lisa startet prompt einen Flirt mit Derek. Für den treusorgenden Familienvater kommt eine Affäre aber nicht in Frage – Lisa kann das nicht akzeptieren. Bei einer Weihnachtsfeier will sie ihn schließlich verführen und zerrt sie ihn aufs Klo. Doch Derek bleibt stark, verheimlicht aber den Zwischenfall. Einen Fehler den er bald bereut. Denn Lisa beginnt ihm nachzustellen und die Beziehung zu seiner Frau Sharon (Beyonce Knowles) zu zerstören. Der Gedanke von einer gemeinsamen Zukunft mit ihm wird zur Obsession, für die sie bereit ist, alles zu tun. Für Derek beginnt ein verzweifelter Kampf um seine Familie und seine Existenz.

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„Obsessed“: Glaubhafte Stalker-Story ohne Klimbim

Mit ‚Obsessed’ hat Shill einen packenden Thriller geschaffen, der sehr glaubwürdig daherkommt. Die Geschichte wirkt nicht überzeichnet, was vor allem an den sehr authentischen Figuren liegt. Vor allem Idris Elba überzeugt in der Rolle des verzweifelten Familienvaters, der für die Wahrheit kämpft. Aber auch seine hübsche Gegenspielerin Ali Larter brilliert von der ersten Sekunde an als psychisch gestörte Lisa. Beyonces Rolle kommt erst gegen Ende des Films wirklich zum Tragen. Schlimm ist das nicht, denn auch in der etwas zurückhaltenden Mutterrolle macht sie eine gute Figur.

Der hohe Anspruch an Authentizität führt jedoch dazu, dass stellenweise die Spannung etwas verloren geht. Wilde Verfolgungsjagden und kaltblütige Eispickelmorde sucht man vergebens. Dadurch wird der Film an manchen Stellen etwas vorhersehbar. Das liegt aber hautsächlich an der Stalker-Thematik, die für jeden, der schon einmal ein Gossip-Magazin aufgeschlagen hat, wenige Überraschungen birgt.

Für Zuschauer, die an einen Thriller den Anspruch haben, dass er gut erzählt ist und nicht in unnötigen Actionsequenzen untergeht, ist „Obsessed“ der richtige Film. Wer sich jedoch lieber vor Spannung hinter dem Kinositz verstecken will, sollte einen anderen Kinofilm zu seiner Obsession machen…

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