Norddeutsche Lakonie: Das Debüt von Ove

Ove
Eine Band namens Ove. Foto: David auf dem Brinke © deutsche presse agentur
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Niels Frevert, Bernd Begemann, Erdmöbel, Francesco Wilking, Moritz Krämer, Die Höchste Eisenbahn: Wer ambitionierten Pop mit deutschen Texten hören will, ist bei der Plattenfirma Tapete an der richtigen Adesse. Nun haben die Hamburger mit Ove Thomsen und seinen vier Mitstreitern ein weiteres Juwel entdeckt.

Einige der weiter oben genannten Künstler können durchaus als Referenz für den Sound von Ove auf ihrem Debüt "Ich will mir nicht so sicher sein" dienen. Hinzu kommt eine Prise Element Of Crime, in den teilweise norddeutsch-lakonischen Texten und wegen der effektvollen Trompetenbegleitung (Anspieltipp: "Wo Du schläfst"). Auch die Melancholie eines Gisbert zu Knyphausen klingt in einigen der zwölf Songs an.

Mit den Vergleichen zu Neil Young und Leonard Cohen greift Tapete zwar etwas zu hoch, dafür fehlt den Ove-Liedern sowohl das Widerborstige und Unberechenbare des einen als auch die Tiefe und reife Weltklugheit des anderen. Es ist aber auch gar nicht nötig, dieses vom Berliner Produzenten Simon Frontzek betreute Album an den Größten des nordamerikanischen Folk und Pop zu messen.

Denn eine nachdenkliche Ballade wie "Zweitausendzwölf" fasziniert auch ohne dass man gleich an Cohen denken muss. "Mal wieder steh' ich mit Dir auf des Messers spitzer Schneide" oder "Jede kleine Silbe, jedes noch so falsche Wort/packst du wütend auf die Waage, bis der Wahnsinn überwiegt", singt Ove Thomsen in diesem Song - das sind schöne, smarte Textzeilen, die für sich stehen.


Quelle: DPA
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