Noch immer am Filmset - Roger Corman wird 90

Roger Corman
Filme sind seine große Leidenschaft - und das gilt auch im Alter: Roger Corman. Foto: Andreas Gebert © DPA

Kurz vor seinem 90. Geburtstag begeistert sich Roger Corman, der Meister von Trash- und Horrorfilmen, für sein neuestes Projekt. Es sei eine einmalige Gelegenheit für ihn und alle "Death Race 2000"-Fans, "die Intensität, den Thrill, den schwarzen Humor des Originals noch einmal zu erleben".

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Er freue sich auf "spektakuläre Fahrzeuge und Action zum Totlachen, im wahrsten Sinne des Wortes", teilte Corman im Februar dem Filmblatt "Hollywood Reporter" mit.

Vor über 40 Jahren hatte er den Action-Film "Death Race 2000" mit David Carradine und Sylvester Stallone (deutscher Titel: "Frankensteins Todesrennen") als Produzent ins Kino gebracht. Corman, der am heutigen Dienstag (5. April) 90 Jahre alt wird, kehrt nun für das Remake "Death Race 2050" als Produzent zum Set zurück. Von wegen ruhiges Rentnerdasein im Schaukelstuhl: die längst ergraute Kultfigur gibt sich nun mit Gladiatoren in Rennschlitten ab, die als Todesfahrer Punkte sammeln.

Seit den 1950er Jahren inszenierte und produzierte der "König der Billigfilme" über 400 Filme für Leinwand und Fernsehen, darunter Kultklassiker wie "Die letzten Sieben", "Die Verfluchten", "Kleiner Laden voller Schrecken" und "Die wilden Engel". Er verdiente Millionen, hat aber einen Großteil seines Vermögens nach eigenen Angaben verloren.

Wie Corman Ende Februar dem "Hollywood Reporter" erzählte, soll ein Hedge-Fonds-Manager Geldanlagen in Millionenhöhe in den Sand gesetzt haben. Corman und seine Ehefrau und Geschäftspartnerin Julie, mit der er seit 46 Jahren verheiratet ist, haben eine Klage gegen die Investoren laufen.

Corman ist als extrem sparsamer Filmemacher für Schnellschüsse mit einem kleinen Budget bekannt. Für seinen ersten Film "Monster From The Ocean Floor" (1954) kratzte er Geld von Freunden zusammen und holte prompt das Doppelte heraus. Von den großen Hollywoodstudios hielt der Independent-Filmer meist Abstand.

"Ich habe ein paar Filme für die großen Studios gemacht und das war auch alles okay", erzählte er 2011 am Rande des Filmfests München der Deutschen Presse-Agentur. "Das Problem ist nur, dass so viele Leute mitreden wollen, wenn es um das große Geld geht. Und da ich absolut antiautoritär veranlagt bin, lag mir das nicht. Wenn ich meine eigenen Filme mache, kann ich meine eigenen Entscheidungen treffen. Und da ich nicht so viel Geld habe, mache ich billige Filme."

Den Gruselstreifen "Little Shop of Horrors" ("Der kleine Horrorladen") drehte er 1960 in nur zwei Tagen und einer Nacht, mit dem völlig unbekannten Jack Nicholson. Er habe damals selbst eine Schauspielschule besucht, um als Regisseur etwas über Darsteller zu lernen. "Und da im Unterricht habe ich Jack zum ersten Mal getroffen. Er war mit Abstand der talentierteste Schauspieler in der Klasse", erzählt Corman, der Nicholson seine erste Rolle gab.

Bei Corman sind viele spätere Kinogrößen in die Lehre gegangen, darunter Martin Scorsese, Francis Ford Coppola, James Cameron, Peter Bogdanovich und Darsteller wie Bruce Dern und Peter Fonda.

Filmpreise gewann er selten, doch am Ende erkannte auch die Oscar-Akademie seine Leistungen an. 2009 wurde Corman mit einem Ehren-Oscar für sein Lebenswerk geehrt. Zwei Jahre später schaffte es sein eigenes Leben auf die Leinwand.

In der Dokumentation "Corman's World" (Dt. Titel: Ufos, Sex und Monster - Das wilde Kino des Roger Corman) zollen ihm prominente Fans wie Robert De Niro und Ron Howard Tribut. "Aus Versehen hat er hin und wieder auch mal einen wirklich guten Film gedreht", sagt Jack Nicholson augenzwinkernd und sichtlich gerührt über den legendären Trash-Meister.


dpa
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