Nina Hagen: Die ‘Godmother of Punk’ aus der DDR

Sängerin und Schauspielerin Nina Hagen
Die Karriere von Nina Hagen © dpa, C3396 Hubert Boesl

Nina Hagen: Karriere immer am Rande des Mainstreams

Da Nina Hagen aus einer Künstlerfamilie stammte, war klar, dass sie entweder Schauspielerin oder Musikerin werden würde. Da der erste Wunsch sich in der DDR aus politischen Gründen nicht erfüllen ließ, wurde sie Sängerin.

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Schon zu DDR-Zeiten hatte sie mit der Gruppe Automobil ihren ersten Hit mit dem Titel ‘Du hast den Farbfilm vergessen’. Trotz ihrer mangelnden Ausbildung spielte sie auch in einer Reihe von bekannt gewordenen DDR-Filmen wie ‘Heute ist Freitag’ oder ‘Heiraten weiblich’. Nach ihrer Ausbürgerung gründete sie im Jahr 1977 in der Bundesrepublik die Nina Hagen Band. Ihre Mitmusiker waren Leute aus Kreuzberg, die vorher zur Lokomotive Kreuzberg gehört hatten und sie veröffentlichten das erfolgreiche Album mit dem Titel ‘Nina Hagen Band’. Bald jedoch überwarfen sich die Musiker mit der Sängerin, da ihre Unberechenbarkeit und Exzentrik eine Zusammenarbeit schwierig machten.

Zu Beginn der 80er-Jahre hielt sich Nina Hagen oft in den USA auf und gab dort auch eine Reihe von Konzerten. Einige ihrer Alben wurden in englischer Sprache herausgegeben, so zum Beispiel ‘Fearless’ (Angstlos) von 1983 und ‘In Ekstasy’ (In Ekstase) von 1985. In den Folgejahren kehrte sie nach Deutschland zurück und mit Unterstützung des Designers Jean-Paul Gaultier verwandelte sie sich in eine Punk-Rock-Diva. Da sie auch ihren Musikstil veränderte, trug ihr dies den Namen der deutschen ‘Godmother of Punk’ ein. In den 90ern brachte sie das Album ‘Revolution Ballroom’ heraus, blieb aber eher durch Gesangsdutte mit Größen wie Wolfgang Niedecken oder Thomas D im Gespräch.

1998 war das Bert Brecht-Jahr und Nina Hagen zog aus diesem Grunde sogar wieder nach Berlin. Sie organisierte einen sogenannten Punk-Brechtabend mit Meret Becker und sang einen Part aus der ‘Dreigroschenoper’ nach der Originalfassung von Kurt Weill. Ein Jahr später erschien der Film ‘Punk & Glory’ von Peter Sempel, der die Ereignisse der 90er Jahre in Ninas Leben nachzeichnete.

Das neue Jahrtausend bedeutete für Nina Hagen eine immer größere Hinwendung zur Religion. Außer Rockkonzerten gab sie nun eine Reihe von sogenannten Indischen Nächten, bei denen sie traditionelle indische Lieder sang. Die Om Namah Shivay-Lieder wurden auch als CD herausgegeben. In den folgenden Jahren veröffentlichte sie die Alben ‘Big Band Explosion’ sowie ‘Irgendwo auf der Welt’ und hatte viele Gastauftritte bei Musikerkollegen wie Michael von der Heide und Frank Zander.

2010 wurde wieder ein religiöses Jahr mit einer englischsprachigen CD, ‘Personal Jesus’, mit bekannten Gospelliedern. Nach wie vor ist Nina Hagen mit ihrer Musik weltweit in den Medien präsent.

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