Nick Cave: Auf Tour wie im Knast

Nick Cave: Auf Tour wie im Knast
Nick Cave © Cover Media

Nick Cave (57) findet, dass der Alltag auf Tour dem im Gefängnis ziemlich ähnlich sei.

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Geregelter Tagesablauf

Der Sänger ('Where The Wild Roses Grow') ist bereits seit 1983 Frontmann der Band Nick Cave and the Bad Seeds, mit der er seitdem auch immer wieder um die Welt tourt. Trotz der negativen Aspekte des Tourlebens hat er davon aber noch nicht genug. "Man hat einen gewissen Bewusstseinszustand, wenn man auf Tour ist. Man wiederholt denselben Tag immer wieder. Aber das ist eine Langeweile, dich ich genieße", so der Musiker im Interview mit der britischen Zeitung 'The Guardian'. "Es wird einem ständig gesagt, was man zu tun hat: Wann man essen soll, wann man aufstehen soll, wann man ein verdammtes Interview geben soll - das steht alles auf einem Blatt Papier. Und wenn man nicht macht, was auf dem Papier steht, zwingt einen jemand sehr schnell wieder zurück in den Ablauf. Es ist einem Gefängnis also wohl gar nicht so unähnlich, aber gleichzeitig wandert dein Geist, was einem erlaubt, Freidenker zu sein, wenn man will."

Durch das viele Reisen wurde Nick zum Schreiben von Gedichten inspiriert, die er in seinem neuen Buch 'The Sick Bag Song' veröffentlichte. In diesem gibt der Australier Einblicke in sein Privatleben, obwohl er dieses sonst strikt geheim hält. Allerdings hätte es sich für ihn unnatürlich angefühlt, bestimmte Sachen auszulassen. "Die Idee der Zensur während des Schreibens ist etwas, das ich nicht tue. Vielleicht sollte ich, aber ich habe das Gefühl, dass ich mir das nicht leisten kann. Und ich wähle immer das, was sich richtig anfühlt oder richtig liest oder in einem Lied richtig anhört, anstatt meiner persönlichen Gefühle. So habe ich das schon immer gefühlt", erklärte Nick Cave.

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