'New York, I Love You': Liebe hat viele Gesichter

Liebeserklärung an New York

'New York, I Love You': Liebe hat viele Gesichter

New York ist eine der pulsierendsten, schnelllebigsten und faszinierendsten Metropolen der Welt. Kein Wunder also, dass der „Big Apple“ ein beliebter Schauplatz für Regisseure ist. Nach dem großen Erfolg des Episodenfilms „Paris, je t’aime“ (2006) von Produzent Emmanuel Benbihy folgt nun seine zweite Liebeserklärung an eine Großstadt: „New York, I Love You“. Für dieses Minifilm-Sammelsurium hat Benbihy insgesamt elf Filmemacher aus aller Welt an Bord geholt, die jeweils einen Kurzfilm über das Leben und Lieben in New York gedreht haben – unter anderem auch den deutsch-türkischen Regisseur Fatih Akin („Gegen die Wand“, „Soul Kitchen“), Schauspielerin Natalie Portman gab ihr Regie-Debüt.

Die Regeln waren strikt: Jeder der elf Regisseure von „New York, I Love You“ bekam nur acht Minuten im Film, zwei Tage Drehzeit und musste das Thema Liebe berücksichtigen. Doch tatsächlich reichen ein paar Minuten manchmal aus, um den Zuschauer mit einer komplexen Kurzgeschichte in den Bann zu ziehen. Allerdings kann dieser ständige Wechsel der Handlungen und Schauspieler mit der Zeit auch anstrengend werden, denn gerade wenn man sich langsam mit den Hauptfiguren „angefreundet“ hat, folgt schon der nächste Kurzfilm.

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Von oben bis unten vollgepackt mit Stars

Das Star-Aufgebot kann sich jedenfalls sehen lassen. Der Film ist von oben bis unten vollgepackt mit A-List Hollywood-Stars wie Orlando Bloom, Christina Ricci, Ethan Hawke, Bradley Cooper, Robin Wright Penn und Shia LaBeouf, um nur einige zu nennen. Obwohl jeder einzelne Kurzfilm seine eigene Geschichte erzählt, sind manche indirekt miteinander verknüpft, da einige der Charaktere aufeinander treffen. Dieses Prinzip kennt man bereits aus Episodenfilmen wie „Babel“, „L.A. Crash“ oder „Magnolia“. In diesem Fall geht die Rechnung jedoch nicht ganz auf. Die Geschichten ergeben zusammen kein stimmiges Ganzes und scheinen eher wahllos aneinandergereiht zu sein.

Bei so vielen Regisseuren sind die Qualitätsunterschiede auch dementsprechend groß. Während manche Kurzfilm-Stücke definitiv das Potenzial für einen zweistündigen Kinofilm hätten, sind einige Geschichten eher enttäuschend und lassen den Zuschauer unbefriedigt zurück. Im Großen und Ganzen überwiegt jedoch der positive Gesamteindruck. Unvergessen bleiben einem die Geschichten, die keine verzwickte Love Story zu erzählen versuchen, sondern die, die alltägliche Situationen aus dem Leben darstellen, wie eine Zigarettenpause oder die Begegnung mit einem Unbekannten, die mit spritzigen Dialogen und witzigem Humor einen überraschenden Wendepunkt nehmen.

New York-Fans werden beim Kinobesuch auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen. Und sollte die Stadt allein schon kein Anreiz sein, dann dürfte die Star-Besetzung Grund genug sein, um sich den Film anzusehen - lohnen tut es sich allemal.

Von Mariana Jang

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