Hollywood Blog by Jessica Mazur

Neverland Zeremonie fällt aus

Neverland Zeremonie fällt aus
Neverland Zeremonie fällt aus

von Jessica Mazur

Ich komme gerade von meinem Stamm-Newsstand auf dem Santa Monica Boulevard. Richtig müsste es allerdings heißen: Ich komme gerade vom Michael-Jackson-Newsstand auf dem Santa Monica Boulevard, denn das Bild, das sich einem dort im Moment bietet, ist fast schon ein bisschen unheimlich. Heute ist nämlich ein Großteil der wöchentlichen Magazine erschienen, viele davon einen Tag früher, als gewöhnlich, und von den ganzen Covers blickt einem nur ein Mann entgegen: Michael Jackson.

- Anzeige -

'GONE TOO SOON' titelt zum Beispiel die 'InTouch Weekly', 'Michaels Tragic Death' heißt es auf dem Cover des 'OK! Magazines', 'HIS FINAL DAYS 26 Page Special' kündigt die 'US Weekly' an und die 'Life & Style' fragt reißerisch 'WHO KILLED MICHAEL'. Das einzige amerikanische Magazin, das sich vom Tod des King of Pop relativ unbeeindruckt zeigt, ist das 'Star Magazine', denn das lässt Jackson als einziges Magazin Jackson sein und kündigt stattdessen auf dem Cover die '52 Best & Worst Beach Bodies' an. Kein schlechter Schachzug, muss ich sagen. Zwischen den ganzen Michael Jackson Covers, schießt einem der leicht derangierte Busen von Tori Spelling auf jeden Fall sofort ins Auge...

Doch auch wenn Jackson die ganzen bunten Blättchen füllt, viel Neues haben die Magazine nicht zu berichten und erinnern stattdessen in erster Linie in seitenlangen Fotostrecken an die wichtigsten Stationen in Jacksons Leben. Anders sah es da heute allerdings in der aktuellen amerikanischen Tagespresse aus. Hier ist nämlich eine Frau namens Nona Paris Lola Ankhesenamun Jackson aufgetaucht, die am Obersten Gerichtshof von LA einen Antrag eingereicht hat, in dem sie fordert, dass Jacksons Hab und Gut sofort in ihren Besitz übergehen, weil sie angeblich heimlich mit ihm verheiratet war. Is klar, Nona, man kann's ja mal versuchen! Ein paar Bekloppte gibt es ja immer, das ist keine große Überraschung.

Überraschend ist hingegen eine andere Sache. Die Tatsache nämlich, dass es eine Woche nach dem Tod von Michael Jackson noch immer keine Details zu seiner Beerdigung gibt. Farrah Fawcett, die am selben Tag, wie Jackson verstarb, wurde gestern bereits im kleinen Kreis beigesetzt, doch von Michael Jacksons Bestattung gibt es bislang nur viele Spekulationen und wenige Fakten. Fest steht, die Totenfeier auf der 'Neverland Ranch' in der Nähe von Santa Barbara, von der gestern noch die Rede war, findet nicht statt. Der 'LA Times' zufolge soll Jacksons Beerdigung jetzt stattdessen hier in Los Angeles stattfinden.

Doch warum dauert es so lange, die Feierlichkeiten zu planen? Ein großes Problem ist das Ausmaß, das die Jackson-Beerdigung annehmen könnte. Wir bereiten uns auf ein Event von historischer Größe vor. erklärte ein Sprecher des LA Police Departments, das davon ausgeht, dass rund eine Million Fans an der Trauerfeier teilnehmen werden. Eine Dimension, die selbst Prinzessin Dis Beerdigung, der rund 250.000 Trauergäste beiwohnten, in den Schatten stellen würde. Als möglicher Veranstaltungsort wird derzeit das 'LA Memorial Coliseum' gehandelt, ein großes Open Air Stadion, in dem gewöhnlich Football-Spiele stattfinden. Die Jackson Familie soll bereits angefragt haben, aber auch hier gibt es 'nur' knapp 100.000 Sitzplätze, plus die Rasenfläche, und das könnte knapp werden. Andere Quellen tippen auf das 'Staples Center', eine Veranstaltungshalle in Downtown LA, in der Jackson noch vor wenigen Tagen für seine anstehende Comebacktour probte. Doch nicht nur der Ort, sondern auch der Zeitpunkt der Todesfeier ist problematisch. Vor uns liegt nämlich das '4th of July Weekend' und überall in der Stadt finden rund um den für die Amerikaner extrem wichtigen 'Independence Day' Veranstaltungen statt, die ganze Stadt ist auf den Beinen, und LA droht sowieso schon aus allen Nähten zu platzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Trauerfeierlichkeiten erst Anfang kommender Woche stattfinden, ist also groß.

Für die vielen Jackson Fans, die sich bereits auf den Weg nach Kalifornien gemacht haben, heißt es also weiterhin abwarten. Eigentlich unglaublich... Und das, obwohl Michaels Vater Joe Jackson bereits vor Tagen angekündigt hat, sehr bald genaue Details zu verkünden, aber bislang blieb es bei den Ankündigungen. Naja, wen wundert's? Wie soll Joe Jackson auch dazu kommen, eine Beerdigung zu planen, wo er doch so viel damit zu tun, Werbung für seine tolle, neue Plattenfirma zu machen... First things first, richtig?

Viele Grüße aus Lalaland sendet Jessica Mazur.

 

Neverland Zeremonie fällt aus