Neues Guinness-Buch: Rekorde nicht immer schmerzfrei

Chris Hadfield
Chris Hadfield mit Gitarre singend im All. Foto: NASA/CSA/Chris Hadfield © deutsche presse agentur
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"Sich Herausforderungen zu stellen, entspricht der Natur des Menschen." So wird der kanadische Astronaut Chris Hadfield (57) im neuen Guinness-Buch der Rekorde zitiert.

Er war 2013 Kommandant der Internationalen Raumstation ISS. Millionen Menschen kennen ihn wegen eines Musikvideos: Hadfield griff im All zur Gitarre, sang David Bowies "Space Oddity" und filmte sich dabei. Heraus kam der erste im Weltraum aufgenommene Clip dieser Art und damit auch ein Rekord.

Als Kind hatte Hadfield die Mondlandung verfolgt und wollte von da an Astronaut werden. Das Ziel, ebenfalls den Mond zu betreten, habe er nicht erreicht, aber er habe faszinierende Dinge tun können, die ihm sonst verwehrt geblieben wären. "Sich selbst herauszufordern, ist das Wichtigste", sagt Hadfield.

Das Guinness World Records-Buch stellt in seiner neuen Ausgabe die Höchstleistungen im WELTALL in den Vordergrund. Zu den außerirdischen Rekorden zählt die Aufenthaltsdauer von Samantha Cristoforetti auf der ISS. Die 39-Jährige verbrachte 199 Tage, 16 Stunden und 43 Minuten im All, mehr als jede andere Raumfahrerin. Vielleicht half der Italienerin dabei eine weitere Pioniertat. Im Mai 2015 nahm sie die erste Weltall-Espressomaschine in Empfang und trank den Kaffee in einer Schwerelosigkeitstasse aus dem 3D-Drucker.

Etwas zu tun, was keiner sonst kann, motiviert auch zahlreiche Abenteurer zu strapaziösen EXPEDITIONEN. Der Brite Alan Bate bewältigte die bislang schnellste Weltumrundung mit dem Fahrrad. Er brauchte für die fast 30.000 Kilometer lange Fahrstrecke im Jahr 2010 nur knapp 126 Tage. Sein Landsmann Simon Chalk schaffte 2015 die neunte Solo-Ozeanüberquerung im Ruderboot. Der Österreicher Christian Stangl ist der erste Besteiger der Triple Seven Summits - er hat also die drei höchsten Berge eines jeden Kontinents erklommen.

Einen Landsmann von ihm reizt wohl allein die Gefahr. Der Stuntman Josef Tödtling (37) führt die Kategorie "BITTE NICHT NACHMACHEN!" an. Er hält den Titel "Längste Zeit als menschliche Fackel (ohne Sauerstoff)". Dafür stand Tödtling in einer Salzburger Feuerwache 5 Minuten und 41 Sekunden in Flammen. Für den Profi war das anscheinend nur halb so schlimm. Im September 2015 wiederholte er die Aktion für Fotoaufnahmen in der Steiermark, und zwar gleich fünfmal. Es ging dabei um Bilder für das Guinness-Buch.

Echte Schmerzen haben die Rekordhalter in der Kategorie "Körpermodifikationen" in Kauf genommen. Der in Australien lebende Neuseeländer Lucky Diamond Rich ist der meisttätowierte Mann der Welt. Der Mittsechziger ließ sich Hunderte Tattoos in mehr als 1000 Stunden stechen. Über die bunten Hautmuster färbte er seinen Körper komplett schwarz, inklusive Augenlider und Zahnfleisch.

Farbenfroher sieht die meisttätowierte Seniorin aus. Die Haut der Amerikanerin Charlotte Guttenberg ziert zu 91,5 Prozent eine blumige Bilderwelt aus Shinto-Symbolen und Kaiserdrachen. Als nächstes plant die 67-Jährige die komplette Tätowierung ihres Kopfes. Sie wolle einen "geheimen Garten" unter dem Haar, schreiben die Autoren der im Verlag Hoffmann und Campe erschienenen deutschsprachigen Ausgabe.

Wenn man das Bild von Rolf Buchholz sieht, stellt sich die Frage, ob Piercing schmerzfreier ist. Der meistgepiercte Mann hat 453 Metallstifte und -ringe in der Haut. Doch damit nicht genug. Zwei implantierte "Hörner" auf der Stirn verstärken den diabolischen Anblick des 57-Jährigen aus Dortmund.

Weitgehend ohne Schmerzen kämpften am Donnerstag zwei Ballkünstler in Hamburg-St. Pauli um einen Rekordtitel. Dem 33-jährigen Sinan Öztürk gelang es, den Ball 157 Mal hintereinander mit der Ferse zu kicken. Sein Herausforderer John Farnworth (30) aus England fing dafür das Leder 36-mal innerhalb von einer Minute im Nacken auf. Öztürk, der den Ball auch für die Rekordzeit von 27,8 Sekunden auf der Stirn rotieren ließ, ist bereits im Guinness World Records Buch verzeichnet: Er hält den Titel für das längste Balancieren eines Fußballs auf dem Schienbein.


Quelle: DPA
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