Neuer "Tatort": Ulrich Tukur rechnet mit einem Shitstorm

Neuer "Tatort": Ulrich Tukur rechnet mit einem Shitstorm
Ulrich Tukur tanzt auf vielen Hochzeiten: Schauspieler, Musiker, Schriftsteller © ddp images

Vor dem Showdown: Anders als andere Schauspieler schlüpft Ulrich Tukur (58) nur einmal im Jahr in die Rolle des "Tatort"-Kommissars Felix Murot. Der Film aus dem vergangenen Jahr, "Tatort: Im Schmerz geboren", gehört zu den Ausnahmekrimis der Reihe - Leichenrekord inklusive. Und weil es dafür einen warmen Preisregen gab, ist die Vorfreude auf den anstehenden Sonntagskrimi natürlich groß. Das weiß auch der Schauspieler und so wappnet er sich im Interview mit der TV-Zeitschrift "Hörzu" schon mal für alle möglichen Reaktionen, auch für einen Shitstorm:

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"Wer bin ich?" am 27.12.

"Vielleicht gibt es nach der Ausstrahlung meiner neuen 'Tatort'-Episode einen Shitstorm. Na und? Ich finde, dass der 'Tatort' immer eine Überraschung sein sollte, kann aber auch Leute verstehen, die am Wochenende eine 'saubere', 'normale' Krimiunterhaltung haben möchten. Das wird ja sowieso überwiegend gemacht, und inzwischen ist das Format so inflationär unterwegs, dass man es sich leisten sollte, an einer Ecke mutige neue Wege zu beschreiten", macht Tukur sich selbst und den Verantwortlichen Mut.

Dass er dennoch offenbar vor der Ausstrahlung einige Sorgen hegen muss, liege aber nicht an ihm, den anderen Machern oder dem Film, findet Tukur. Seiner Meinung nach sind die TV-Redakteure Schuld: "Sie haben die Zuschauer im Lauf der Jahre mit so viel Mindersinn beworfen, dass das aktive Zuschauen, bei dem man auch mal seine eigene Fantasie einsetzen muss, verkümmert ist", schimpft Tukur. Man müsse die Menschen, die vor den Apparaten sitzen, aber fordern.

 

Worum geht's im "Tatort: Wer bin ich?"

 

Jetzt hat Tukur das Publikum aber natürlich erst recht neugierig gemacht. Den Plot des komplexen anstehenden Krimis erklärt er so: "Ich spiele den Schauspieler Ulrich Tukur, der die Figur Felix Murot spielt. Doch die Rolle hat keine Lust mehr auf ihre virtuelle Existenz. Sie möchte nicht nur dann leben, wenn die Kameras laufen, sondern auch mal im Park spazieren gehen. Dann ereignet sich ein Todesfall im Team - und Tukur gerät unter Mordverdacht."

Diesmal stelle das Team die Krimireihe "in eine Art Spiegelkabinett, in der sie sich auf vielen Ebenen bricht und reflektiert", kommentiert Tukur im Interview weiter. Seinen Ausstieg bedeute dieser ungewöhnliche Fall aber nicht, denn der nächste sei bereits abgedreht und erzähle die Geschichte eines Serienmörders, "der verzweifelten Menschen helfen will und sie umbringt, wenn er das Gefühl hat, dass ihnen der Tod guttut..." - Klingt wahrlich nach einem echten Murot.

Der "Tatort: Wer bin ich?" (HR) wird am 27. Dezember um 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt.

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