Neue Audrey Hepburn? Nein! Carey Mulligan in 'An Education'

Carey Mulligan im Sixties-Look

Neue Audrey Hepburn? Nein! Carey Mulligan in 'An Education'

Sie ist genau so zierlich und anmutig wie Audrey Hepburn. Ihre Rehaugen und ihr Pixie-Kurzhaarschnitt unterstützen die Ähnlichkeit noch. Die 24-Jährige, die letztes Jahr bei der Berlinale zum Shooting Star gewählt wurde, nimmt’s gelassen. Sie verriet uns: ‚Die Leute stecken einen gern in eine Schublade, und das scheint momentan meine zu sein. Ich bin geschmeichelt. Ich mag ihren Sixties-Look, den ich ja auch im Film ‚An Education’ trage.’

Ganz nebenbei dreht sie mit Johnny Depp und hat mit Shia LaBeouf einen der begehrtesten Jungstars Hollywoods abgeschleppt. Bei unserem Interviewtermin im Jahr 2009 wollte sie seinen Namen noch nicht verraten, wirkte aber schwer verliebt. Nun turteln die beiden auch ganz öffentlich herum.

Für Carey läuft’s also blendend, und Vanity Fair wählte sie zusammen mit etablierten Jungstars wie Kristen Stewart oder Evan Rachel Wood zu einem der Mädchen der nächsten Dekade – nur das Photoshooting mit Annie Leibowitz hat ihr keinen Spaß gemacht, weil ihr die Klamotten zu klein waren und sie Posieren unnatürlich findet. Süß! Andere würden sich drum schlagen.

- Anzeige -

'An Education': Ein wunderschöner Film

Nun kommt endlich ihr wunderschöner Film ‚An Education’ bei uns in die Kinos, nachdem sie vorher in vielen TV-Serien zu sehen war – und als kleine Schwester von Keira Knightley in ‚Stolz und Vorurteil’. Carey spielt in dem Drama von Lone Scherfig (‚Italienisch für Anfänger’) die hübsche Schülerin Jenny, die in den Swinging Sixties von ihren Eltern ganz schön Druck gemacht bekommt, weil sie nach Oxford ans College soll.

Jenny will auch raus aus dem piefigen Vorstadtreihenheim ihrer Eltern, aber sie hat da einen ganz anderen Plan. Sie lernt nämlich einen erwachsenen Mann (Peter Sarsgaard) kennen, der sie in die mondäne Welt einführt (Jenny: ‚Bei klassischer Musik denk’ ich immer, ich geh’ zu meiner eigenen Beerdigung. Das war doch Klassik, oder’) – und in die Welt der Liebe (‚Was machen die Leute nur für ein Aufhebens um eine Sache, die so schnell vorbei ist.’)

Mit trockenem Humor führt Nick Hornby, der hiermit sein erstes Drehbuch vorlegt, seine Figuren ein und charakterisiert sie geschickt: die naive Jenny, die staunend und vertrauensselig durchs Leben geht und sich ein bisschen Großstadtglamour wünscht, da der aalglatte Lebemann David, der irgendwie nicht ganz koscher ist. Ergänzt wird das ungleiche Paar durch Davids befreundetes Pärchen (Ex-Bondgirl Rosamund Pike und Mamma-Mia-Boy Dominic Cooper) sowie Alfred Molina und Emma Thompson in kleinen Rollen.

Das Ganze ist hübsch, wenngleich auch für Ex-Dogma-Frau Lone Scherfig erstaunlich konventionell erzählt. Die geschliffenen Dialoge machen durchweg Spaß. Das größte Lob aber verdient Carey Mulligan. Sie spielt sämtliche Vollblutschauspieler glatt an die Wand, wickelt nicht nur ihren Playboy, sondern auch den Zuschauer sofort um den Finger und schafft mit ihrer herzigen Darstellung eine so originelle Figur, dass man fast ein bisschen böse ist, als der Film auf einmal etwas zu plötzlich vorbei ist. Wenn Sie vorher noch nie was von Carey Mulligan gehört haben, merken Sie sich ihr niedliches Gesicht. Die Kleine kommt groß raus, und nicht, weil sie mit Shia LaBeouf zusammen ist.

Von Mireilla Zirpins

— ANZEIGE —