Natascha Kampusch über die Verfilmung ihrer Entführung

Natascha Kampusch über die Verfilmung ihrer Entführung
Entführungsopfer Natascha Kampusch spricht über die Verfilmung ihrer Vergangenheit. © dpa, Paul Zinken

Natascha Kampusch über die Verfilmung ihrer Entführung '3096 Tage'

Acht Jahre lang hat sie die Hölle überlebt, eingesperrt in einem Verlies. Gedemütigt, misshandelt, seelisch gebrochen. Sechs Jahre nach ihrer Flucht holt Natascha Kampusch die Vergangenheit wieder ein. Im Kino läuft bald der Film '3096 Tage' an, der die Entführung des österreichischen Mädchens und ihre langen Jahre der Gefangenschaft schildert.

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"Ich habe mich schon wiedererkannt, obwohl die Wirklichkeit noch schlimmer war", sagte Kampusch im Interview mit der 'Bild' über die Verfilmung ihrer fürchterlichen Vergangenheit. "Aber das kann man im Kino wohl nicht zeigen, denn es sollte ja kein Horrorfilm werden."

Über die realen Folgen dieser Szenen zu sprechen, fällt Natascha schwer. Doch sie versucht es: "Diese unbeschwerte Jugendzeit werde ich wahrscheinlich nie nachholen könne."

Schauspielerin Antonia Campbell Hughes hat sich für den Film Nataschas Horror-Vergangenheit gestellt. Sie spielt, wie sie fast verhungert, wie sie vergewaltigt und Stück für Stück gebrochen wird. "Es gab Momente, da war ich sehr deprimiert und runtergezogen. Es finden hier so viele emotionale Kämpfe statt", so Antonia Campbell im Interview.

Mit zehn Jahren wurde Natascha entführt und auf fünf Quadratmetern in einem dunklen Keller gefangen gehalten. Acht Jahre lang gequält von einem Psychopathen, der sich nach ihrer Flucht das Leben nahm. Dieses Kinderschicksal ist unvorstellbar. Unfassbar aber auch, welch' böse Reaktionen Natascha bis heute ertragen muss. Sie könne ja im Puff arbeiten. Sie sei völlig unglaubwürdig. Sie spreche und verhalte sich nicht wie ein typisches Opfer. "Ich denke, es ist sehr viel Unverständnis da. Sie wollen mich einfach ausmerzen oder mich treffen."

Natascha hofft durch den Film verstanden zu werden. Welch' eine Tragik, denn schließlich ist es ein Wunder, dass sie überhaupt überlebt hat.

Bildquelle: dpa

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