Natascha Kampusch: "Ich kann mir nicht vorstellen, Kinder zu bekommen"

Natascha Kampusch 2016 - Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
Natascha Kampusch 2016 © picture alliance / dpa, Daniel Bockwoldt, dbo tmk

Natascha Kampusch gesteht: "Und ich kann mir auch nicht vorstellen, Kinder zu bekommen"

Im Alter von zehn Jahren wurde Natascha Kampusch von Wolfgang Priklopil auf dem Schulweg entführt und acht Jahre lang in einem Kellerverlies gefangen gehalten. Mittlerweile sind zehn Jahre vergangen, und Natascha gewährt nun ganz private Einblicke in ihr heutiges Leben. 

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Für Natascha Kampusch ist es noch immer sehr schwer, anderen Menschen Vertrauen zu schenken. "Komplett kann ich niemandem vertrauen. Weil niemand mich komplett verstehen kann. Dazu müsste ich jedes Mal ganze Romane erzählen, um mich zu erklären. Ich mache viel mit mir selber aus", so die 28-Jährige im Interview mit der Zeitschrift 'Closer'. Das Verhältnis zu ihren Eltern hat sich wieder eingependelt: "Anfangs mussten vor allem meine Mutter und ich die Rollenverteilung neu ordnen. Wir waren einander nicht fremd, aber ich war natürlich mittlerweile eine erwachsene Person und kein Kind mehr. Das hat meine Mutter nur schwer verkraftet. Heute gehen wir gemeinsam shoppen und nähen zusammen", verrät Natascha. 

Eine Familie möchte die 28-Jährige nicht gründen. "Ich bin lieber alleine. Ich sag zwar oft, wenn ich gefragt werde: 'Wer weiß'. Aber ich möchte eigentlich nicht heiraten. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, Kinder zu bekommen. Obwohl ich denke, ich wäre eine gute Mutter", erzählt sie der 'Closer'. 

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Natascha Kampusch kehrt in Verlies zurück Zehn Jahre danach 00:02:58
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Ob Natascha einen Freund hat, möchte sie nicht verraten. In nächster Zeit will sie ihre Matura-Prüfung ablegen und im Anschluss Psychologie studieren. Das Haus, in dem sie gefangen wurde, gehört heute ihr. Doch auch hier hat sie schon Pläne: "Ich gehe zweimal im Monat zum Haus und halte es in Schuss. Das mache ich vor allem deshalb, damit es nicht an Wert verliert, wenn ich es mal verkaufe. Ich bin zurzeit in Verhandlungen", verrät die 28-Jährige gegenüber 'Closer'. 

Noch heute träumt Natascha nachts von ihrer Gefangenschaft. "Wenn ich auf dem Bauch liege und die Beine nach hinten strecke, spüre ich irgendwie die Leiter vom Hochbett", gesteht sie außerdem. Doch nun möchte sie einen neuen Lebensabschnitt beginnen: "Nachdem ich zehn Jahre auf der Suche nach mir selbst war, möchte ich mich jetzt von den letzten zehn Jahren verabschieden, die nicht immer leicht waren, und ein neues Kapitel im Leben beginnen." Deshalb hat sie nun ein neues Buch herausgebracht, indem sie beschreibt, wie sie sich zwischenzeitlich fühlte und wie ihr neues Leben aussieht. 

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