Nach Schock-Diagnose: Wie geht es mit Prinz Friso weiter?

Wie wird es mit Prinz Friso weitergehen?
Nach der Schock-Diagnose: Wie wird es mit Prinz Friso weitergehen? © REUTERS, MIRO KUZMANOVIC

In den Niederlanden wird über Sterbehilfe diskutiert

Prinz Frisos Schock-Diagnose und die Angst vor der Zukunft lasten schwer auf der niederländischen Königsfamilie. Gegenseitig geben sich Königin Beatrix, Frisos Frau Mabel und sein Bruder Prinz Willem-Alexander Kraft. Seitdem klar ist, dass der 43-Jährige vermutlich nie wieder aus dem Koma erwachen wird, ist eine Debatte entbrannt: Wie soll es nun weitergehen? Ist in diesem Fall Sterbehilfe vielleicht ein Thema?

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Sänger Heinz-Rudolf Kunze kennt diesen furchtbaren Konflikt. Seine todkranke Mutter bat ihn, sie von ihrem Leid zu erlösen. Seinen Schmerz darüber hat der Sänger in einem Lied verarbeitet. "Das war natürlich für mich als Sohn eine große Belastung", erklärt er im Interview mit RTL. "Denn einerseits habe ich sie sehr gut verstanden, ich wollte ihr gerne helfen. Anderseits aber ist das in Deutschland nicht so einfach. Ich musste ihr mitteilen, dass ich das nicht tun kann", so der 55-Jährige weiter.

Die Diskussion über die Sterbehilfe polarisiert. Die einen sehen darin den Weg eines würdevollen Todes, die Gegner, die Gefahr einer Entwertung des Lebens. Prinz Frisos Frau Mabel will diese Gedanken noch nicht an sich heranlassen. In der Vergangenheit bewies sie immer wieder in schwierigen Situationen, wie viel Kraft und Lebensmut in ihr steckt. "Während es so viele Probleme und Herausforderungen gibt, sind wir immer wieder in der Lage, etwas zu verändern. Das stimmt mich optimistisch und gibt mir Hoffnung, dass eine bessere Welt möglich ist", erklärte sie einst in einem Fernsehinterview.

Für ihren Mann Prinz Friso wird es diese bessere Welt vermutlich nicht mehr geben - denn die Diagnose der behandelnden Ärzte nach seinem Ski-Unfall am 17. Februar ist eindeutig: "Durch die lange Zeit unter dem Schnee wurde sein Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt", erklärte Wolfgang Koller, der Leiter der traumatologischen Intensivstation der Innsbrucker Universitätsklinik in einer Pressekonferenz.

Prinz Friso, Vater von zwei Töchtern, wird also nie mehr in der Lage sein, selbst zu entscheiden, was mit ihm passiert. Die Königsfamilie will ihn so bald wie möglich zurück in die Niderlande bringen lassen - in eine Rehaklinik.

Bildquelle: Reuters

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